Budapest Régiségei 14. (1945)

Járdányi-Paulovics István: Germán alakok pannoniai emlékeken 203-281

Legionsziegelei, bzw. Töpferei von Brigetio zum Vorschein (Abb. 20. 1—2.). Es ist der Vorderteil eines Kopfes. Das Haupthaar ist oben an der Stirne von links nach rechts gekämmt und oberhalb der linken Schläfe in einem Knoten, dem für die germanischen Sueven so bezeichnenden Nodus zusammen­gebunden (Anm. 98.). Die Tonform ist ein sehr wichtiger Beweis dafür, dass die Ger­manenbildnisse, bzw. Kleinbronzen hier an der mittleren Donau entstanden sind. 3. Bronzestatuetten. Die dritte Gruppe der pannonischen Dar­stellungen von Westgermanen wird von der bronzenen Kleinplastik gebildet. Die eigen­artige Behandlung der Gesichtszüge der erwähten Tonform lässt uns einige Brouze­köpfchen imUng. Nat. Museum alsGermaiien­köpfe erkennen. Hieher gehören die Bronze­köpfchen Abb. 20., Nr. 3-5. und Abb. 21-22. zum Teil mit phallitischen Symbolen (xAtim. 99—101.). Zur Bestätigung der Vermutung, dass auch karrikierte Germanendarstellun­gen vorliegen, zitiert Alföldi (Anm. 102—103.) eine Martialstelle : Persona Germana. Sum figuli lusus russi persona Batavi. Quae tu derides, haec timet ora puer. Nach Harald Koethe (Anm. 106.) ist der Haarbusch in der Mitte des Scheitels die charakteristische Haartracht auch der Berufskämpfer, vor allem der Paustkämpfer. Die von ihm an­gebrachten Fälle sondern sich aber von dem au pannonischen Germanendarstellungen festgestellten suebischen Nodus ab. Die älteren Männer mit vorne haarlosem Scheitel trugen den Nodus natürlich auch in der Mitte, wie auch Tacitus berichtet (Anm. 105.) : ... apud Suebos usque ad canitiem horrentem capillum retro sequuntur, ac saepe in ipso vertici religatur . . . Die Untersuchung der Bronzestatuetten ist aus zwei Gründen von besonderer Wichtig­keit. Zum Teile ist es auf Grund des Vergleichs mit den behandelten Germanendarstellungen aus anderem Material gelungen, nach Mass­gabe gewisser Erscheinungen zwei auf die germanische Tracht bezügliche Probleme etwas näher zu beleuchten. Die erste ist die Frage der »Gürtelplatte«. Wir finden sie bei der mittleren Germanen­figur des Reliefs von Brigetio und bei der ganzfigurigen Bronzestatuette wiener Pro­venienz im Museum Vindobonense (Abb. 23. Anm. 107.). Die ungewohnte Anbringung des suebischen Haarknoten an der linken Seite ist auf linkshändige Personen zurück­zuführen. Vom Gesichtspunkte des ersten Problems müssen wir feststellen, dass die runde Scheibe unterhalb des Gürtels auch als Nagel, bzw. als Niete aufzufassen ist. Der Nagel, nach Kenner, »nicht ganz durch­geht ; man gewahrt auf der Rückseite von dem Ende des Nagels nichts.« Doch, der Nagel ist hinten in der Art der Nieten niedergehämmert (wie mir die Herren Ed. Beninger u. Tibor Horváth freundlichst mit­geteilt haben) . Die Scheibe ist aus demselben Material, mit derselben Patina, wie die Sta­tuette selbst, förmlich und plastisch stimmt sie mit ihr völlig überein. Wir haben also in ihr die aus der urgermanischen Tracht be­kannte Gürtelplatte zu betrachten. Die bescheidene kleine Bronzebüste aus Carnuntum (Anm. 109.) weist mit den be­handelten zwei Büstchen nahe Verwand­schaft auf. Das zweite Problem liegt in der charakteris­tischen - - durch Darstellungen und Autoren bezeugten — germanischen Haartracht. In dieser Hinsicht bieten zwei Denkmäler : eine Bronzebüste von Brigetio und ein Bronzeköpfchen von Intercisa überraschende Erscheinungen. Die zwei Bronzeköpfe stellen die charakteristischesten Typen der Markomannen und Quaden dar, sind diesbezüglich die wertvollsten Denkmäler. Die Umstände, Zeit und Ort ihres Vor­kommens geben uns Bescheid darüber, dass wir in diesen kleinen Objekten ein im Verlaufe der quadisch-niarkomannischeii, Kriege in die römische Kunstindustrie speziell in die Kleinkunst, eingedrungenes neues Element zvi erkennen haben. Einem schon lange ausgebildeten Vorbild folgend sind sie gewissermassen lokale Germanen­278

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