Budapest Régiségei 14. (1945)

Járdányi-Paulovics István: Germán alakok pannoniai emlékeken 203-281

men von Aquincum wird von den Darstellun­gen des über den besiegten Feind dahinspren­genden Kaisers gebildet, der von Victoria gekrönt wird. Ein Bruchstück (Abb. 8., 10—12.) und ein in Stempelform gebliebenes Mittelstück (Abb. 9.) mit der Figur des Kaisers (Anm. 80—85.) stammen aus dem grossen Topf er viertel in Aquincum. Sehr charakteristisch ist der fliehende Barbar : das Antlitz eines bärtigen, schnurbärtigen Kriegers blickt zum Kaiser hinauf ; sein Haar­wuchs ist überaus dicht und scheint von der rechten Schläfe in zwei Flechten herab­zufallen. Kr trägt eine Kopf binde (wie der »vornehmere« Gegner auf dem Relief von Brigetio) und im Nacken ein doppeltes Band. Der Kaiser triumphiert — wie nicht anders zu erwarten —- selbstverständlich über »vornehmere« Gegner, über »principes« (principes et ornatiorem habent bei Tacitus, Germania 38). Die Masse der Besiegten wird durch eine andere Gestalt versinn­bildlicht, welche in der Mitte unter dem Bauch des Pferdes liegt. Der mützenartige Gegenstand auf dem Kopf (weshalb Alföldi ihn einen jazig-sarmatischen Krieger hält) darf uns nicht irreführen : es ist nämlich sein — germanischer — Schild. Seine Rechte hält er nicht, um Lanze zu werfen (wie Alföldi meint). In peinlicher Ordnung finden sich nämlich neben unseren Barbaren die ihnen in ihrer schwierigen Lage entglittenen Waffen : je eine Lanze und je ein Schild! Der rhombenförmige Schild mit seiner einen Spitze sieht wie eine Kopfbedeckung aus. Die darunter angebrachte Inschrift M. Ver us verrät den Namen des Verfertigers. In dem triumphierend dahin sprengenden Kaiser vermuten wir Marc Aurel. In diese Gruppe gehört auch ein aus Ószőny stammende Kuchenform im Kunst­historischen Museum zu Wien (Anm. 86.). In dem Kaiser erkennt auch Alföldi den Marc Aurel. Aus ószőny kennen wir auch eine andere Kuchenform (Abb. 13.). Vor und nach dem Pferde des Kaisers marschieren mit Schild und Sper ausgerüstete Krieger, alle drei tragen einen hutförmigen Helm. Hier ist es wieder und ausschliesslich die Kleidung — enge, bis zum Knöchel reichende Hosen und nackter Oberkörper —, sowie die Bewaff­nung, die zur näheren Bestimmung der niedergesunkenen Barbaren dient. Zu seinen Füssen ist der rhombenförmige, an seinem linken Arm der bekannte ovale Germanen­schild zu erkennen. Die Konzeption der Handlung ist dieselbe, wie bei der vorher behandelten Kuchenform, neu ist das Auf­treten der Fusskämpfer, doch fehlt die Victoria. (Anm. 87.) Auf einer ebenfalls aus Aquincum stam­menden Kuchenform (Abb. 14—16.) ist innerhalb des Kreisringes auf beiden Seiten eine gegen eine in der Mitte stehende Figur gewendete oder auf sie blickende Menschen­gruppe dargestellt. Besiegte Völker! Die Barbaren sind schwer von einander zu unter­scheiden. Die beiden Gestalten rechts haben den germanischen Mantel über die Schulter. Ihr Oberkörper scheint unbekleidet zu sein, die charakteristischen Hosen sind aber (wegen der Beschädigung) nicht feststellbar. Doch scheint es, als ob bei der ersten Figur die germanische Gürtelplatte angebracht wäre. An der rechten Schläfe des einen kann sogar der germanische Nodus vermutet werden. Die würdevolle Haltung spricht für einen vornehmen Führer. Kopfform und Haartracht der beiden links stehenden, so­wie der dritten (mittleren) Figur rechts stimmen völlig überein. In derselben Tracht erscheinen übrigens auch die 4. und 5. Figuren auf der rechten Seite. Während die Germanen hoch gegürtete Hosen tragen, ist bei diesen über einem tunikaf örmigen Unter­kleid ein steifer Mantel zu sehen. Sämtliche Gegner des bellum Germanicum Sarmaticum treten somit auf diesem Denkmal auf, ebenso, wie auf der im Folgenden zu beschreibenden Kuchenform. (Anm. 88.) Die fragmentarisch erhaltene Kuchen­form von Aquincum (Abb: 17.) stellt auf einem Podium den von der Victoria gekrön­ten Kaiser dar. Die vor dem Trophaeum stehenden drei Figuren sind Kelten, in der knieenden Figur dagegen wollen wir un­bedingt einen Germanen erkennen. (Anm. 275 18*

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