Budapest Régiségei 14. (1945)

Járdányi-Paulovics István: Germán alakok pannoniai emlékeken 203-281

IvSTVÁN JARDANYI-PAULOVICS GERMANENDARSTElylvUNGEN AUF PANNONISCHEN DENKMÄLERN Diese kurze Zusammenfassung hat sich nicht die Behandlung sämtlicher germani­schen Denkmäler auf ungarischem Boden zur Aufgabe gesetzt. Vorgeschichtliche germa­nische Funde in grösserer Menge werden wir in Pannonién vergebens suchen, da Urheimat der Germanen oder eines germanischen Stammes dieses Gebiet menials gewesen ist. In Grabfunden begegnen wir uns auch in römischer Zeit auf ungarischem Gebiet und innerhalb der Provinz Pannonién mit germanischen Elementen, wie Fibeln, Schild­buckel u. s. w. germanischen Charakters. (Anm. i. ung. Text 1. u. 2.) Sie sind doch derart von Zierelementen klassischer Tradi­tion übersät, dass wir geneigt sind, in diesen den Einfluss germanischer Elemente zu erkennen, die in das Römertum eingesickert sind. Nicht die Germanen allein schöpften aus den Quellen der klassisch-römischen Kultur, sondern, umgekehrt hat auch das römische Kaiserreich Institutionen, Methoden und Gebräuche übernommen, ebenso, wie es Gewohnheiten und Sitten der hier ansässigen Kelten sich zu eigen gemacht hatte. (Anm. 3.) An dieser Stelle interessieren uns die Denk­mäler der an den Grenzen der Provinz, ursprünglich im Gebiete des' heutigen Böhmen und Mähren angesessenen Marko­mannen- und Quadenstämme und die bedeutend spärlichere archaeologische Erb­schaft des östlichen Germanentums Wir sehen unsere Aufgabe in einer Ver­öffentlichung der pannonischen (richtiger ungarländischen) Germanendarstellungen , bezw. der Denkmäler von vorübergehend hier auftretenden germanischen Personen, Darstellungen, die auch die römische Kunst der Kaiserzeit mit neuen Typen bereicher­ten. (Literatur : Anm. 4.) /. DIE OSTGERMANEN. Die Geschichte der aus ihrer Heimat aus­gewanderten Bastarner ist uns wohl bekannt. (Anm. 5—8.) Uns gehen an dieser Stelle nur ihre Beziehungen zu Pannonién an. Es ist anzunehmen, dass die Bastarner im römischen Heere als Söldner, später als romanisierte Soldaten gediert haben, wie wahrscheinlich der Unterzeichner des Mili­tärdiploms v. J. 98., L. Valer(ius) Basterna. (Anm. 9.) Ostgermanische Beziehungen lassen ver­muten : auf einem Grabstein von Aquincum der Aur. Bavila (Anm. 10—11.), auf einem dem Silvanus geweihten Altar von Izsa (Cela­mantia) der Aur. Felica (Anm. 12—13.) und der aus Ammian gut bekannte ost­germanische Führer, Frigeridus v(ir) p(er­fectissimus) dux, eine Persönlichkeit mit ostgermanischen Namen, der letzte Vor­kämpfer in dieser Gegend gegen das West. 269

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