Budapest Régiségei 13. (1943)

ÉRTESÍTŐ - Auszüge = Estratti = Summaries 485-575

In der Nähe des Lófejű Brunnens haben wir im September desselben Jahres das Ge­biet des abgetragenen Aussichtsturmes auf­gegraben. Wir fanden einige mittelalterliche und neuzeitliche Scherben, aber keine Mauer­reste. Von Juli bis September des Jahres 1938. führte das Institut — von dem Ungarischen Historischen Museum unterstützt — in Pomáz eine Ausgrabung. Über den, am Hügel Zdravlyák vorgefundenen Meierhof vom Bachenau-Typ (siehe Karl H. Swoboda, Römische u. romanische Paläste, Wien, 1919, S. 106, Abb. 51.) und die armseligen Funde werde ich bei der Beschreibung der jüngst ausgegrabenen villas rusticae in der Um­gebung von Aquincum Bericht erstatten. Der flache Hügelhang des Zdravlyák, der auch dem Wasser nahe liegt, war schon in prähistorischen Zeiten für menschliche Siedlung geeignet. In unseren Probegräben am Hügelrand, an beiden Seiten des, zum Dorfe führenden Ackerweges, auf dem Andrássy-Grundstück und auf dem Mandics­Gut zeigten sich wiederholt zugrundegegan­gene vorgeschichtliche Herde. Sie liegen heute 40—50 cm tief unter der Oberfläche und so ist es verständlich, dass sie durch den Ackerbau und den Gartenbau grössten­teils vernichtet worden sind. Am südlichen Saum des Mandics-Gutes haben wir in unse­rem Probegraben neben einem solchen ver­nichteten Herd das auf Abb. 29 dargestellte 6-1 cm hohe Töpfchen aufgelesen. Fs wurde aus grobem schwarzen Ton verfertigt. Die Form, die eingezogene und gerade abge­schnittene Mündung und der scharf hervor­springende Schulterteil reihen es in die Theiss-Kultur der jüngeren Steinzeit. (F. Tompa, Budapest Története I. 1942. S. 27. und Taf. III, Abb. 5.) Westlich vom Zdravlyák, in ungefähr x / 2 km Entfernung in Luftlinie konnten wir am Klissza-TLügel sehr bedeutende mittel­alterliche Überbleibsel zum Teil aufdecken. Diese wird G. Domanovszky publizieren, der nach uns die Ausgrabungen führte. Da ich die Arbeit nur 6 Wochen lang führte, will ich hier darüber nur kurz berichten. Wir konnten die Anwesenheit eines ungefähr 60 x 100 m grossen, auf ältere Fundamente gebauten Schlosses aus dem XV. Jahr hun dert feststellen. (Über den Grundriss siehe zeitweilig: AI. Sashegyi, Pomáz, 1939. S. 17.) Die Dicke der einzelnen Mauern war sehr verschieden. Im Norden und Osten über­stieg sie sogar die 1 m, im Süden und Westen war sie viel schmäler (Zwischen 0-75—0-90 m.) Die Mauern wurden aus, in starken Mörtel gesetzten unregelmässigen Kalk- und vulkanischen Steinen erbaut. Am nordwest­lichen Teil des Gebäudes waren die Wirt­schaftsräume, im nordöstlichen Flügel zwei grössere, prunkvollere und in der südöst­lichen Bcke des Baukomplexes eine Kapelle. Die letztere erstand schon in der Árpáden­zeit. In der ersten Hälfte des XIV. Jahr­hunderts errichtete man an der Stelle dieser zugrundegegangenen romanischen Kapelle eine grössere (24 m lange) gotische Kirche mit Strebepfeilern. Der Fussboden war mit viereckigen (17-5x17-5 cm) gestempelten Ziegeln bedeckt. (Abb. 30.) Um der Kirche lag der Friedhof. Die von uns geöffneten Gräber weisen auf das XV. Jahrhundert hin. Auf dem Fussboden des südwestlichen, viereckigen Turmes, mit 1-30x1-30 m innerem Ausmasse, welcher zu den Hofteil um der Kirche umgebenden Mauer gehörte, fanden wir das auf Abb. 31 und 32 dargestellte, 25 cm hohe Kapitell, das zur Trennung des Fensters diente. (Durchm. : 12 cm.) Fs stellt in dreiviertel-Relief die Köpfe eines bärtigen Mannes und einer Frau dar. (Sein Bild ist schon bei T. Gerevich, Magyar­ország művészeti emlékei I. Bpest, 1938, und H. Horváth, Középkori budai fejek. 1941. Taf. II—III. mitgeteilt worden.) Im Stil knüpft es sich an das, im Fsztergomer (Graner) Lapidarium aufbewahrten Kapitell aus Szenté. (T. Gerevich, o. a. A. Taf. CXXII, Abb. 8.) Das Pomázer Stück ist etwas älter, es kann auf den Anfang des XIII. Jahrhunderts datiert werden. Viel­leicht wollte der Steinmetz ein' Donator­F/hepaar verewigen. Nördlich von Aquincum, auf dem Gebiet von Szentendre (Ulcisia castra) hat das 552

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