Budapest Régiségei 13. (1943)
ÉRTESÍTŐ - Auszüge = Estratti = Summaries 485-575
Brdboden, der zugleich der Fussboden des zweiten Heiligtums war. Auf die Fundamente des jetzt beschriebenen Mithräums (Heiligtum) bzw. unmittelbar neben die (Vorhalle) wurde mit kleineren Änderungen das zweite erbaut. So wurde der östliche Teil des früheren pronaos mit dem apparitorium zu einem einzigen grösseren Vorraum verbunden und demgemäss wurde auch das Heiligtum verlängert. Die Brüstungsmauern der Podien liefen nicht zu der hinteren Mauer des Heligtums, sondern schlössen sich in 2 m Entfernung vor ihr den Seitenmauern an. Auch den, am südlichen Teil des früheren Mithräums ausgegrabenen Versammlungsraum hat man erneuert und verwendete dabei grösstenteils die früheren Fundamente. Dieses II. Heiligtum war reich an Funden. Neben dem Bingang der cella lag ein Bruchstück der, aus der Liturgie gut bekannten marmornen Reibschüssel. (Vgl. : R. Forrer, Das MithraHeiligtum v. Königshofen bei Strassburg 1917. S. 30 f.) In ihrer Nähe fand man das Bruchstück eines, aus Kalkstein gemeisselten Löwen, der aus den Mithras-Heiligtümern nie fehlt. Neben dem Eingang, vor der rechten Podiummauer stand ein Kalksteinaltar mit der folgenden Inschrift : Fonti Dei (sic\) lui. Severus pro se et suis v. s. I. m. (Vgl. Fr. Cumont, Die Mysterien d. Mithra. 1923. S. 103. ff.) Ihm gegenüber, neben der südlichen Podiumwand lag ein kleiner Altar aus weichem Sandstein. Wie es die, mit rotem Minium gemalte Inschrift beweist, hat ein gewisser Silvanus damit sein Gelübde erfüllt. Im rückwärtigen Teil der cella lagen drei Stück rotglasierte, dreihenkelige bauchige Kultgefässe auf einem niedrigen Steinpostament. (Vgl. die ähnlichen Stücke der Töpferei neben dem Restaurant Schütz). Daneben lagen einige Bruchstücke des grossen Altarbildes, während die anderen Stücke im nördlichen Flügel des Heiligtums übereinandergeworfen lagen. (Abb. 25.) Wir fanden hier den grössten Teil des Kultiventars u. zw. vier Stück 22—34 cm hohe, aus weichem Sandstein gemeisselte pyramidenförmige Pinien, weiters sieben Stück Sandsteinaltare ohne Inschrift (Vgl. : /. Welkow, Bull, de l'Institut d'arch. Bulgare. VIII, 1934, S. 88—89. Abb. 76 und Fr. Cumont, T. et M. LS. 115—116), drei Firmalampen und elf Steinkugeln von verschiedenen Durchmessern. Wir lasen weitere zwölf Steinkugeln vom Fussboden der cella bzw. von den Podiummauern auf. Der kleinste Durchmesser war 6-5 cm, der grösste 12 cm. So besitzen wir — Dormagen miteingerechnet — den grössten, aus einem Mithräum stammenden Steinkugelfund. Ihre symbolische Bedeutung ist heute noch nicht klar. Neben den Lampen, Steinkugeln und den Pinien, die auf die Fruchtbarkeit deuten, lag ein Terrakottenrelief, das eine Venusartige Göttin in der Gesellschaft eines, Fruchtkorb haltenden Kindes darstellt. Wir können noch das Bruchstück einer Sigillataschüssel erwähnen. (Abb. 26.) Der Gefässhenkel endet in einem Hundekopf. Dieses Stück ist ein Unikum unter den MithrasDenkmälern. Dagegen ist die Gruppe der sog. »Schlangengefässe« wohl bekannt. (Zuletzt behandelt von E. Swoboda, Ö. Jh. XXXV, 1936, S. 1. ff.) Bin solches rotglasiertes Gefässbruchstück kam auch in unserem Mithräum zum Vorschein. (Abb. 27) Die Wände des Podiums und des Heiligtums waren bemalt. Die hintere, Abschlussmarter des Heiligtums war mit einer Stuckaedicula verziert. Davor stellte man das grosse Altarbild des Mithräums, das wir auf Grund der Bruchstücke rekonstruiren konnten. In Zusammenhange mit der inneren Einrichtung können wir auf das gleichzeitige Mithräum von Doura-Buropos hinweisen, (3 Periode), wo das lieiligtum gleicherweise unter Verwendung von Plastik, Wandmalerei und Stuck verziert wurde. (M. Rostowzew, Am. Journ. Arch. 39, 1935, Tafel IV.) Die Statuengruppe des auf die Knieen sinkenden, Stier tötenden Gottes ist in Rundplastik gemeisselt, in der, seit Hadrian kanonischen Auffassung. lis gehörte noch Hund, Skorpion und wahrscheinlich Rabe zu der MI&Q<I ßovdvxovaa. Gruppe. Am Postament blieben die Namen der Dedizierenden fragmentarisch erhalten : . . . 550