Budapest Régiségei 13. (1943)

ÉRTESÍTŐ - Auszüge = Estratti = Summaries 485-575

je ein handgeformtes Tontöpfchen aus grobem Material. Aus den Prauengräbern fehlten nicht die Glaspastaperlen und Bronzeohrgehänge. Von den Beigaben der Männergräber ist der aus Geweih verfer­tigte Salzbehälter aus dem gestörten Grab Nr. 4. zu erwähnen, der auf Abb. 5 dar­gestellt ist. Die zwei breiteren seitlichen Öffnungen waren mit je einer, mit vier Nägeln befestigten Platte verschlossen, die obere, enge Mundöffnung hat man mit einem, auf Schnur gezogenen Stöpsel ver­stopft. Aus dem 7. Grab von Dunapentele kennen wir ein sorgfältiger bearbeitetes, aber sonst analoges Bxemplar, welches Nándor Fettich behandelte. (Arch. Hung. XVIII, 1936, S. 45—46, Taf. Ill Abb 1, S. 12. Anmerkung 7). Die beiden Seiten des, aus dem Grabe Nr. 5 stammenden, 10-9 cm langen gepressenen Bronzeriemenendes mit den parallelogrammförmigen Gürtelbeschlä­gen mit Greifen teilen wir auf Abb. 6 mit (Vgl. Gy. László, Bpest. Tört.I. 1942 S. 792) Bine Seite des grossen Riemenendes zeigt ein Rankenormament, die andere einen Tierkampf. So gehören die Beschläge zu jener, Greife und Ranken darstellenden Gruppe der awarischen archäologischen Denkmäler, welche Andreas Alföldi (PSA. IX. 1934. S. 285 ff) mit der, die innerasia­tische nomadische Kultur besser bewahren­den Schichte dieses Volkes in Zusammen­hang brachte. Von der Csepel Insel hat man übrigens auch im Jahre 1938 mit Press­technik verfertigte, goldene Gürtelverzierun­gen in das Institut gebracht. Das Gräberfeld war vermutlich in der zweiten Hälfte des VII Jahrhunderts und im VIII. Jahrhundert in Gebrauch. Nun wollen wir über die, bei der Pester Belvárosi Templom (Kirche der inneren Stadt) vorgefundenen Denkmäler Bericht erstatten. Im August des Jahres 1941, bei der Gelegenheit des Umbaus der Kirche, hat während des Baus des, zur Gruft führen­den Ganges, der Stadt. Architekt dr. L. Gero jr. römischen Schutt und römische Mauer gefunden. Durch ihn aufmerksam gemacht, Hessen wir weiter graben und wir konnten unter dem mittleren Teil des Mittel­schiffes der Kirche, in 2-35 m Tiefe einige Quadratmeter eines Raumes mit Terrazzo­fussboden freilegen. Nur die südliche, 60 cm dicke Mauer in W.-O. Richtung war uns zugänglich. Der durchschnittlich 50 cm hohe Mauerteil war mit glattem, weissem Mauerverputz bedeckt, darunter waren hohle Ziegel zur Wärmeleitung, (tubi). Auf dem Pussboden lag in 30—40 cm Dicke der römische Schutt, darunter viele imbrices und tegulae. Zwei Randziegel trugen den Stempel PRIGPRIDUS V(ir) P(erfectissimus) DUX (Abb. 7). Die zentrale Lage dieses Raumes innerhalb des castellum v. Bskü-Platz deutet darauf, dass man in 1941 eine Räumlichkeit aus dem praetorium fand. Diese Ziegel mit Stempel zeugen auch davon, dass man das praetorium in den letzten Jahren der Re­gierung des Kaisers Valentinian (374—75) ausgebessert hat. Aus dem Graben des, zur Gruft führenden Ganges kamen zwei weitere Steindenkmäler zum Vorschein. Diese möchte ich in der nächsten Nummer dieser Zeitschrift eingehender behandeln, so dass ich sie auf dieser Stelle nur kurz er­wähne. Das erste ist ein 1 -02 x 0­99 m grosser fragmentarischer Grabstein. Oben sehen wir die Brustbilder links zweier Prauen, rechts die eines Mannes. In dem darunter befind­lichen schmaleren Feld ist eine Opferszene in einem Rahmen von stilisiertem Pflanzen­ornament. Die Gestalt der Prau mit auf­gestütztem Puss ist besonders interes­sant. Von der Inschrit ist nur der obere profilierte, »barokkartige« Rahmen erhalten, pr stammt aus dem Anfang des III. Jahrhun­derts. Aus dem zweiten Grabstein ist nur ein Bruchstück der Pigurendarstellung er­halten. Neben dem südlichen Stützpfeiler des Triumphbogens ist bei dem Aufheben des Pussbodens der pckteil einer Grab­garten aus dem II. Jahrhundert zum Vor­schein gekommen. Die Vorderseite stellt den trauernden Attis auf einem Postament dar. An der anderen Seite läuft ein eingetiefter von zwei Pilastern begrenzter Kanal wohin eigentlich eine Seitenplatte der Grabgarten eingefügt war. (Pr wähnt bei L. Nagy. 539

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