Országgyűlési napló - 1996. évi őszi ülésszak
1996. október 29 (216. szám) - Dr. Klaus Hänsch, az Európai Parlament elnökének és kíséretének köszöntése - Dr. Klaus Hänsch, az Európai Parlament elnökének beszéde (német nyelven) - DR. KLAUS HÄNSCH, az Európai Parlament elnöke:
1881 Ihr Volk hat 1848 um bürgerliche Freiheit und nationale Selbstbestimmung gekämpft. Der Aufstand von 1956 - vor genau 40 Jahren - war ein Fanal für den unauslöschlichen Willen zur großen Freiheit und - in seiner tr agischen Vergeblichkeit - zugleich der Beginn eines eigenen ungarischen Weges der kleinen Freiheiten und des bescheidenen Wohlstands. Das ungarische Volk hat von den anderen europäischen Völkern und ganz besonders von seinen unmittelbaren Nachbarn so viel empfangen, und es hat ihnen so viel gegeben - in der Musik, aber auch in anderen Künsten, in der Dichtung und in den Wissenschaften. Die 45 Jahre kommunistischer Diktatur und sowjetischer Hegemonie haben das nicht auslöschen können. Nein, Ungarn braucht di e Mitgliedschaft in der Europäischen Union nicht, um europäisch zu werden. Aber die junge Europäische Union braucht die Mitgliedschaft des tausendjährigen Ungarns, um ganz europäisch zu werden. Sieben Jahre sind vergangen, seit hier in Ungarn durch eine mu tige Entscheidung das Tor geöffnet wurde, durch das Europa zu sich selbst zurückkehren kann. Seither haben Sie erreicht, wovon noch vor zehn Jahren kaum jemand zu träumen wagte: Ungarn hat sich Institutionen gegeben, durch die das ungarische Volk frei, nac h demokratischen Regeln und unter rechtsstaatlicher Kontrolle über seine eigenen Angelegenheiten entscheiden kann. Sie haben sich den Verlockungen und Gefährdungen, den Chancen und Risiken des freien Handels und des freien Unternehmertums ausgesetzt. Sie s ind dabei, Ihre agrarischen, Ihre industriellen, Ihre administrativen und Ihre sozialen Strukturen zu modernisieren, sie leistungsfähig zu machen, sie westeuropäischen Standards anzupassen, ohne daß Sie dabei Ihre besonderen ungarischen Erfahrungen, Tradit ionen und Anforderungen verleugnen. Sie haben Grund, auf das Erreichte stolz zu sein, und die Europäische Union hat Grund, das Ziel und das Tempo Ihrer Reformen zu unterstützen, Ihnen zu helfen, beim Neuaufbau Ihrer Verwaltung, bei der Modernisierung Ihrer Wirtschaft und Ihrer Technologien, und den wissenschaftlichen und kulturellen Austausch zu fördern. Der politische Dialog, Kollegen und Kolleginnen, zwischen Ihnen und uns ist Selbstverständlichkeit geworden. Er wird immer intensiver, auch auf der Ebene der Parlamente, im Gemischten Ausschuß zwischen der Ungarischen Nationalversammlung und dem Europäisch en Parlament. Sie, Herr Präsident Gál, wissen, daß ich selbst den Dialog zwischen den Präsidenten der Parlamente aller beitrittswilligen Staaten Mittel- und Osteuropas begonnen habe. Ungarn ist in diesen sieben Jahren Mitglied in den großen internationalen Organisationen der freien Welt geworden. Es gehört dem Europarat an. Es spielt in der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa eine wichtige Rolle. Es gehört mit der Atlantischen Allianz zur Partnerschaft für den Frieden in Europa. Und Ung arn hat bei der Eindämmung und Beendigung des Krieges im ehemaligen Jugoslawien eine wichtige und verantwortungsvolle Rolle gespielt. Das alles hat Sie hineingenommen in die internationalen europäischen Organisationen. Aber ich weiß, wie Sie, der entscheid ende Schritt ist noch zu tun. Es ist der Schritt zur Teilnahme an jenen beiden großartigen Projekten, die den Frieden zwischen allen Völkern in Europa dauerhaft sichern: der Schritt in die Europäische Union und in die Atlantische Allianz. Zur wiedergewonne nen Freiheit der Staaten in Europa gehört die freie Wahl des Bündnisses. Keinem Land steht ein Vetorecht zu, und sei es noch so mächtig. Ungarn kann 1997 Mitglied der Nato werden.