Nyelvtudományi Közlemények 91. kötet (1990)

Tanulmányok - Bereczki, Gábor: Vokalharmonie im Tscheremissischen 25

30 GÁBOR BERECZKI Einige Beispiele zur Verdeutlichung der Erscheinung: äsmijos 'wir selbst' ~ Lit. asmeos; äjbät 'gut' ~ Lit. ajbat (< tat. äjbät)] muskän 'Akkor­deon' (vgl. tscher. Vas. muzekan 'd. s.'); yaana 'trinken' ~ Lit. juini; nusa 'Schlegel' ~ Lit. nusi (s. Gilmajev 1981. 97-101). Es ist erwähnenswert, daß a in erster Linie nach u vorkommt. Im Tsche­remissischen spielte das dem u nahestehende ü eine besonders wichtige Rolle bei Entwicklung der Vokalharmonie. Von den Mundarten des westlichen Dialektes fehlt die palato-velare Angleichung nur in der Joskar-Olaer, ansonsten wird sie recht konsequent durchgeführt. In der zentralen Untermundart, die von der Mehrzahl der Tscheremis­sen gesprochen wird, gibt es keinerlei Vokalharmonie. Die verschiedenen Schichten der Lehnwörter lassen nicht darauf schlißen, daß die Vokale in der zentralen Untermundart velarisiert worden wären. Die Angleichung des westlichen Dialektes weicht vom Typ der finno­ugrischen Vokalharmonie ab. Bei Wörtern mit gemischter Tonfolge wirkt im Finnischen und im Ungarischen der velare Vokal der ersten Silbe auf den der Endung, z.B. f. talollensa 'auf sein/ihr Haus', ung. borbélynál 'beim Friseur'. Im West-Tscheremissischen können auf den Palatalen in solchen Fällen nur palatale Laute folgen, z.B. W kandenäm 'ich brachte', 0 kondenam 'd.s.'. Diese Art der Angleichung ist für die türkischen Sprachen charakteristisch. Von den Formen W watlän, wütlän ~ 0 wütlan '[gehen] um Wasser [zu holen]' ist die letztere die urspünglichere. Dies kann man jedoch nur bewei­sen, indem man aufgrund der Angabe wütlän 'd. s.' der baschkirischen Sam­melpunkte B BJ BJp. die westlichen Formen für 'wahrscheinlich sekundär' erklärt. Es ist auffällig, daß sich unter den westlichen Endungen sehr viele einförmige finden, was für Sprachen mit Vokalharmonie nicht kennzeich­nend ist. Hier einige Beispiele: kandem 'ich hole', kandet 'du holst' ~ alem 'ich lebe', alet 'du lebst'; toles 'er/sie/es kommt' ~ piSes 'er/sie/es bindet, strickt'; tolewa 'sie kamen' ~ piSewa 'sie banden, strickten'; toly ecem 'wenn ich käme' ~ pitkecam 'wenn ich bände, strickte'; lames 'auf den Schnee' ~ kiSes 'auf die Hand'; lümlec 'von dem Schnee' ~ katlec 'von der Hand'; lamge 'mit Schnee' ~ kitke' 'mit der Hand'; lamte 'ohne Schnee' ~ kitte 'ohne Hand'; lamwlä 'Schnee, PI'. ~kitwlä 'Hände'; kuêem 'meine Som­merhütte' ~ kaêem 'meine Hand'; warjem 'Kleidung' ~ alem 'Wohnung'; kamanek 'alle drei' ~ nalanek 'alle vier'; tomber 'Faulbaumwald' ~ pister 'Linden wald'. Dies sind Endungen, die sich für die letzte Periode des Urtscheremis­sischen erschließen lassen, und man könnte die Zahl der Beispiele noch er-Nyelvtudományi Közlemények 91. 1990.

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