Nyelvtudományi Közlemények 85. kötet (1983)

Tanulmányok - Rédei Károly: Szófejtések [Etymologien] 35

SZÓFEJTÉSEK 215. Ostjakisch peto: kat-p. 'Fußboden' Ostj. V peto: hat-p. '(hölzerner) Fußboden (nicht in den Erdhütten)' < syrj. pel 'Brett', %0%-pel 'nojiOBHija'. 216. Ostjakisch pïéto- 'tauschen' Ostj. Kaz. pïéA.9- 'Rentiere, Kleider tauschen (von mehreren?)' < syrj. vezlç­'tauschen'. Die Lautentsprechung syrj. á ~ ostj. é ist unregelmäßig. Ist das é ein Schreib­fehler statt s ? 217. Ostjakisch patéa 'für, anstatt, statt' Diese Postposition kommt nur in den Texten von A. Reguly vor. Das ostjakische Wort ist eine Entlehnung der bisher nicht belegten syrjänischen Form *pidéa. Die syrjäni­schen Postpositionen pid"ji, piddi, pidja (mit dem Suffix -ji, -ja) sind sehr häufig ( > ostj. *ptáÍ9 : pztien), die mit éa gebildete Form ist aber in der heutigen Sprache nicht bekannt. Das Kasussuffix -éa ist in einigen syrjänischen Postpositionen vorhanden (b§réa 'nach, hinter', vodca < *voßea 'gegenüber, gegen'), so ist die Annahme einer Postposition *p$déa für die ältere Sprache völlig möglich. 218. Ostjakisch éï rüwn 'danach, dann' Im Element rüw des ostjakischen adverbialen Ausdruckes Kaz. éï rüwn 'danach, dann' steckt das ostjakische Substantiv rüw 'Wärme, Hitze'. Vom semantischen Stand­punkt aus vgl. ung. hevenyében *'in der Hitze' -+• 'gleich, plötzlich' ( < hő 'warm, heiß ; Hitze'), ung. melegében 'sofort' ( < meleg 'warm'), dt. brühwarm. 219. Syrjänisch-wotjakish as 'selber, selbst; eigen' In den permischen Sprachen hat das Reflexivpronomen zwei Allomorphe : syrj.­wotj. ac-, aé- und as-, Sie stehen in komplementärer Distribution miteinander : in gewissen Kasusformen wird das Allomorph ac- aé-, in anderen aber das Allomorph as- verwendet. Die Variante aé-, aé- ist von FU Herkunft, vgl. finn itse 'selbst' usw. (< Hce ~ Hée). Die permische Vokalentsprechung ist unregelmäßig : auf den Vokalismus von aé-, ás­hat wahrscheinlich die Form as- eine Wirkung ausgeübt. Das Pronomen as- besteht aus zwei Komponenten : *a 'dieser, jener' -f- *s% 'er, sie, es'. Das Pronomen *a kommt heute selbständig nicht vor, sondern nur als Vorderglied von Adverbien pronominaler Herkunft. In dem zusammengesetzten Pronomen *asi hatte das a verstärkende Funktion. Auf ähnliche Weise zustande gekommene Reflexivpronomina gibt es auch in anderen finnisch­ugrischen Sprachen. Die heutige Form as ist durch die Apokope des Auslautvokals entstanden. 220. Syrjänisch ec 'Korn, Kern', wotjakisch vag 'Spelt, Dinkel' Verfasser verknüpft wotj. va§, wai 'Spelt, Dinkel' mit syrj. eé 'Korn, Kern' und führt sie auf eine urpermische Grundfrom *gc zurück. Im Syrjänischen ist ein Lautwandel *Q > *9 > ë vor 8 i°h gegangen, der wotjakische Anlaut va-, wa- ist die regelmäßige Fortsetzung des urperm. *o. Das urpermische Wort ist aus dem Iranischen entlehnt : iranisch *ac < ieur. *afc, *ok 'scharf, spitz . . .' Vgl. altind. áérih 'Ecke, Kante, Sohneide', lat. actis (aceris) 'Granne, Spreu', russ. ocmb 'Spitze, Granne (an Ähren)' usw. 221. Tscheremissisch ëoréo 'Maßholderbeere' Syrj. ses, sos : ses-pu, sos-pu 'Vogelbeerbaum, Eberesche', wotj. susem-pu 'Lonicera xylosteum', tscher. KB J ëarëê, V sas JO sasê, JT ëoréo usw. 'Maßholderbeere' wurden von I. N". SEBESTYÉN (NyK 52: 319) miteinander etymologisch verbunden. Sie können jedoch wegen des inlautenden Konsonantismus genetisch nicht zusammengehören. Für das Urpermische kann eine Form *soks3 ( > *spks3, vgl. syrj. ses) rekonstruiert werden. In eigenwüchsigen Wörtern entspricht dem ursprünglichen *ks im Tscheremissischen Tc§. Nach der Meinung des Verfassers wurde das tscheremissische Wort nach dem permischen Lautwandel *ks > s aus dem Urpermischen entlehnt. Das rë in einzelnen tscheremissischen Dialekten erklärt sieh durch Rhotazismus : *ë > rs. Das urperm. *p — eventuell *o — wurde durch das ihm nahestehenden Phonem, urtscher. *o substituiert. 43

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