Nyelvtudományi Közlemények 84. kötet (1982)

Tanulmányok - Rédei Károly: Szófejtések [Etymologien] 221

228 KÉDEI KÁROLY 207. Wotjakisch saj 'Grab, Friedhof' Verfasser verbindet wotj. Saj 'Grab, Friedhof' mit folgender Wortsippe: syrj. soj, SO sQJ 'Leiche, Aas' | wotj. S Sej, K sôj id. Für das Urpermische kann man *g annehmen, dem syrj. o, Q regelmäßig entspricht. Wotj. e, <5(< *ô < *g) erklärt sich durch die palatali­sierende Wirkung des j. In der wotj. Form êaj hat sich ein sporadischer Lautwandel *Q > a vollzogen. Infolge der Lautwandel *o > o( > e, d) und *<? > a ist im Wotj. eine semantische Absonderung eingetreten: sej 'Leiche, Aas' ~ saj 'Grab, Friedhof'. In seman­tischer Hinsicht vgl. finn. halma 'Leiche' ~- mord. kalmo, halma 'Grab' ~ sam. jur. Xälmer 'Leichnam'. , 208. Tscheremissisch talydds 'Füllen' Tscher. KB tälyübd 'junge Sbute, Stutenfüllen', B talyêSs 'Fohlen, Füllen' ist eine hyb­ride Entlehnung aus wotj. S K toles 'Füllen (nach dem ersten Jahre)': wotj. *tôles val 'Füllen (nach dem ersten Winter)' -»- tscher. tälyüöe imni/talyêôs imne id. Man hat das wotj. Adjektivsuffix -s im Tscher. durch das eigenwüchsige Suffix -yüda, -y§Ö3 ersetzt. 209. Mordwinis3h pulo 'Schwanz, Schweif ^ Mord. E pulo, M pula 'Schwanz, Schweif; Schaft, Stiel; Haarflechte, Zopf (der Mädchen)' kann mit der folgenden Wortsippe verknüpft werden: syrj. puli-pom 'Schul­terblatt, Achsel, Genick' (pom 'Ende, Anfang, Spitze') | tscher. KB pulês, B puls 'Schul­ter, Achselgelenk' I mord. E pulahS 'Genick, Nacken'. Im Hinblick auf die Bedeutungsver­hältnisse vgl. tscher. paS, po6 'Schwanz, Schweif ~ 'Hinterteil' ~ ostj. poS 'Ferse' 'Nacken' »•» ostj. piSrjnt 'Hinterkopf, Genick'; est. turi 'Nacken' ~ 'Schöpf od. überhaupt Haare am Hinterkopf' ~ 'Schulterblatt' usw. 210. Mordwinisch E M SaSto-, E ÓaSlo- 'sich bewegan' Die folgenden zwei etymologischen Wortsippen werden in der Fachliteratur aus­einandergehalten, obwohl sie sowohl in lautlicher wie auch in semantischer Hinsicht zu­sammengehören können: 1. wog. Sös- 'waten' | ostj. 6uS- 'schreiten, gehen' | mord. E M SaSto-, E caSto- 'sich bewegen' || sam. selk. Ke. caaca-, N ŐaadSa- 'fahren, gehen'; 2. mord. E SanSne, M Sanàle: S. ardo- 'galoppieren' || sam. jur. tauetä- 'traben (langsam)'; jen. todde?e- 'laufen (vom Rentier)'; twg. tante- 'laufen'; selk. caandsa- 'hinausgehen'; kam. tön- 'gehen, wandern'. Die Grundbedeutung der beiden Wortsippen kann 'schreiten, gehen' gewesen sein. Im ersten Fall kann eine PIT Grundform *6a6a-, im zweiten *canc3-rekonstruiert werden. Für die PU Grundsprache kann man einen Wechsel 6 ~ nc voraus­setzen. Ein solcher Konsonantenwechsel kommt in vielen sicheren Etymologien vor.

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