Nyelvtudományi Közlemények 81. kötet (1979)

Tanulmányok - Molnár Ilona: A nyelvtudomány és a marxizmus [Die Sprachwissenschaft und der Marxismus] 31

A NYELVTUDOMÁNY ÉS A MARXIZMUS 55 Die Sprachwissenschaft und der Marxismus von ILONA MOLNÁR Der Aufsatz analysiert und kritisiert einige verbreitete Fragen, die mit dem Ver­hältnis des Marxismus zu den Fachwissenschaften, so zur Sprachwissenschaft im Zusam­menhang stehen. Er beweist den antidialektischen Inhalt einiger oft verkündeter meta­wissenschaftlicher Prinzipien: es werden das Prinzip der Unterscheidung der Anwendungs­mögliehkeiten des Marxismus nach Wissenschaftsgebieten, die Konzeption der beschränk­ten (auf die äußersten philosophischen Fragen reduzierten) Zuständigkeit des Marxismus, die inadéquate Theorie der Autonomie der Fachwissenschaften und der Philosophie, bzw. der zwischen ihnen bestehenden „nicht festen" Grenze, die zu „übersehreiten" ist, das Prinzip der philosophischen Neutralität der Fakten, weiterhin die erkenntnistheoretische Un Vollkommenheit des Begriffs des Vereinigens mit dem Marxismus kritisiert. Es wird daraufhingewiesen, daß dieselben Termini was anderes z. B. im Strukturalismus und im Marxismus bedeuten (Zusammenhang, gegenseitige Bedingtheit usw.). Die Verfasserin ist der Meinung, daß die Politik der Behütung der Fachwissen­schaften vor dem „unzuständigen Eingriff" des Marxismus auf den verschiedenen Miß­deutungen des Begriffs des Marxismus beruht. Solche sind: die Identifizierung des Marxis­mus mit seiner in Lehrbüchern enthaltenen Unterrichtsform; die Identifizierung des Marxismus mit den wissenschaftspolitischen Institutionen ; die Identifizierung des Marxis­mus mit der Tätigkeit der Fachphilosophen; die Reduktion des Marxismus auf die Theorie der Politik; die Identifizierung des marxistischen Denkens mit dem falschen teleologischen Denken usw. Ein extra Kapitel behandelt den metaphysischen Inhalt der These „Nur die Kommunikation entwickelt sich, nicht aber die Sprache". Der Verfasserin nach kön­nen diese Erscheinungen als ein lavierendes, alltägliches Denken, als eine „alltägliche Gnoseologie" charakterisiert werden, die sich im wissenschaftlichen Allgemeindenken herausgebildet haben und die dadurch, daß sie die nicht marxistischen Tendenzen des wissenschaftlichen öffentlichen Lebens aus dem Marxismus herleiten und diese mit der Beschränkung des Marxismus beseitigen wollen, sehr unvorteilhaft auf die Freiheit des wissenschaftlichen Denkens wirken. Das Verdrehen des Marxismus ist unvorteilhaft, der wirkliche Marxismus ist aber vorteilhaft dem Fachwissenschaftler. — Der Aufsatz geht auf die Möglichkeiten des Aufbaus einer konsistenten marxistischen Sprachtheorie ein. Die Verfasserin lenkt die Aufmerksamkeit darauf, daß zahlreiche Fragen der gesellschaft­lichen und psychologischen Aspekten der Sprache erst in unserer Zeit das Objekt inten­siver Forschungen geworden ist. Die marxistische Sprachtheorie kann nur Ergebnis einer historischen Entwicklung sein. Das darf aber nicht so verstanden werden, daß ohne aus­gearbeitete marxistische Sprachtheorie keine marxistische Linguistik möglich wäre. Die Tätigkeit der Marxisten wird nämlich immer von den gegebenen historischen Umständen bedingt.

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