Nyelvtudományi Közlemények 77. kötet (1975)

Tanulmányok - Hüfner, Lorenz: Samuel Gyarmathi und seine Bemerkungen um die grammatische Komponente der Finnougristik 57

• Samuel Gyarmathi (1751 — 1830) und seine Bemühungen um die grammatische Komponente der Finnougristik Die disziplinare Breite, die Schlözers Schaffen umfaßte, wird gerade auch an seinem ungarischen Schülerkreis deutlich. Wesentliche Anregungen verdankten ihm nicht nur der Statistiker Schwartner und der Historiker Engel, sondern auch der Finnougrist Samuel Gyarmathi. Über Gyarmathis Leben gibt es nur vergleichsweise spärliche Anhalts­punkte. Fest steht, daß er aus armen Verhältnissen stammte und am 15. Juli 1751 in Klausenburg (Cluj, ung. Kolozsvár) geboren wurde, wo er auch im April 1830 verstarb. Die Finnougristik betrieb S. Gyarmathi lediglich als Liebhabe­rei, während er seinen Lebensunterhalt vor allem als Arzt bestritt. Er studierte 1776 in Wien Medizin, wo er Aufnahme in die sogenannte Goldbergsche Stiftung fand. 1782 erhielt er sein Arztdiplom. In Anschluß daran unternahm er eine wissenschaftliche Reise in das protestantische deutsche Gebiet. Nach seiner Rückkehr wirkte er in Preßburg als Erzieher der Grafen Ráday. 1784 begab er sich nach Pest und darauf nach Siebenbürgen, wo er seit 1787 als Komitatsarzt des Hunyader Komitats tätig war. 1796 führte ihn eine wissenschaftliche Reise, die er als Begleiter des jungen Grafen Alexius Bethlen unternehmen durfte, erneut ins protestantische Ausland. Die Matrikeln der Göttinger Universität weisen neben Bethlen und Gyarmathi noch siebzehn neuimmatrikulierte ungarische Studenten — meist Siebenbürger — im Jahr 1796 auf. Zwei Jahre weilte Gyarmathi in Göttingen. In einer überaus günstigen geistigen Atmosphäre knüpfte er hier persönliche und wissenschaftliche Verbindungen zu seinen Universitätslehrern an. Beson­ders starke Impulse verdankte Gyarmathi Schlözer, der ihm nicht nur sein eigenes sprachwissenschaftliches Material zur Verfügung stellte, sondern ihn auch mit dem Sibirischen Vokabular J. E. Fischers vertraut machte. Im August 1798 wurde Gyarmathi zum korrespondierenden Mitglied der Königlichen Societät gewählt. Dabei wird er in dem entsprechenden Jahresbericht der Gesellschaft „durch sein Sprachstudium und Schriften über die Hungarische und die mit ihr verwandten Sprachen als rühmlichst bekannt"1 ge­kennzeichnet. Nach seiner Rückkehr nach Ungarn sicherte Gyarmathi eine lebens­längliche Pension durch den Grafen Bethlen eine bescheidene Existenz. Diese Pension bot ihm die Möglichkeit, seinen wissenschaftlichen Sprachstudien ungehindert nachgehen zu können. Gyarmathi hinterließ zwei abgeschlossene Hauptwerke : den „Okoskodva tanító Magyar Nyelvmester" (Der mit Über­legung lehrende ungarische Sprachmeister), Kolozsvár 1794, von dem auch 1Vgl. Göttinger Gelehrten Anzeigen 1798. S. 191.

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