Nyelvtudományi Közlemények 76. kötet (1974)

Tanulmányok - Korenchy Éva: Permi vokalizmusproblémák [cirill] 37

PERMI VOKALIZMUSPROBLÉMÁK 75 Probleme des Vokalismus im Permischen Zielsetzung der vorliegenden Untersuchungen der Verfasserin ist das Feststellen einer möglichst genauen chronologischen Reihenfolge der Lautveränderungen, die zur Herausbildung des Vokalsystems des Urpermischen führten und zugleich eine Behandlung der Probleme bezüglich der Systemtendenzen (Angleichung nach dem Öffnungsgrad, Velarisierung, Labialisierung), die die Lautveränderungen bestimmten. Nach einer schematischen Aufzählung der urpermischen Vokalsysteme, erschlos­sen von verschiedenen Forschern (E. ITKONEN, V. I. LYTKIN, KÁROLY RÉDEI), sowie der Lautveränderungen wird die chronologische Reihe zunächst aufgrund des einfachen Prinzips aufgestellt, nach welchem die eine Veränderung der anderen voranging, wenn das gleiche Phonem bei der einen Lautveränderung den Ausgangspunkt bildet und bei der anderen den Abschluß bedeutet. Selbstverständlich fehlen aus dieser Chronologisierung die Lautveränderungen, die zur Entstehung der zentralen Reihe führten, da uns keine Lautentwicklung des Permischen bekannt ist, wo eines der Elemente der zentralen Reihe den Ausgangspunkt bildete. Es entsteht also zeitlich gesehen folgende Reihe: Finnisch-ugrisch > Urpermisch 1. u, ü ü 2. a Q, u o Q, u 3. ä a ä, e o, Q 4 i e, g Im weiteren wird von der Verfasserin die Frage behandelt, was zu diesen Laut Verän­derungen führen konnte, und warum sich diese gerade in der genannten Reihenfolge vollzogen. Die früheste Veränderung u, ü > u wird durch Betonungsverhältnisse erklärt, die folgenden dagegen durch die Bestrebung nach einer Besetzung der im System entstan­denen Lücken. Zwecks genauerer Chronologisierung, bzw. einer Eingliederung der ausgebliebenen Lautveränderungen hält es die Verfasserin für wichtig, die Wirkung des Vokalismus der nicht-ersten Silbe auf den der ersten Silbe zu untersuchen. Diese Wirkung wird an einem etymologischen Material gezeigt. Es werden nur Wortvergleichungen dargestellt, wo der Vokal der 2. Silbe aus der Grundform zu erschließen ist. Aus der Untersuchung der Etymologien geht hervor, daß die bestimmende Wirkung des Vokalismus der 2. Silbe für die Angleichung nach dem Öffnungsgrad (horizontale Harmonie) unter den Tendenzen, die das urpermische System gestalteten, eine bedeutende Stelle einnimmt. Die Verfasserin stellt das gleichzeitige Funktionieren dieser Tendenzen im Falle der einzelnen Laut­veränderungen — auch mit Abbildungen — dar, und so kommt es zur Aufstellung der letzten Chronologie. Einzelne Stufen bzw. das Vokalsystem dieser Stufen auf dem Wege vom finnisch-ugrischen (uralischen) Vokalsystem bis zum System des späten Urpermi­schen werden erschlossen. Die Vervollständigung der zentralen Reihe (die Erscheinung des ó und ç>) wird für die späteste Phase angesetzt, es werden jedoch auch Argumente ange­führt, die für eine frühere Zeit sprechen. Auch die Möglichkeit wird erwähnt, daß sich eine Labialisierungstendenz — schon sehr früh — auch bei Vokalen der nicht-ersten Silben mag vollzogen haben, die das ursprüngliche System von vier Vokalen auf zwei Vokale (*ô, *o) reduzierte. Diese Erscheinung wird von der Verfasserin mit Betonungs­verhältnissen erklärt und sie kommt zur Schlußfolgerung, daß der Vokalismus der nicht-ersten Silbe — wenn sich diese Hypothese als richtig erweist — nicht nur in der Angleichungstendenz nach dem Öffnungsgrad wirksam war, sondern auch im Zentra­lisierungsprozeß. ÉVA KORENCHY

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