Nyelvtudományi Közlemények 73. kötet (1971)

Tanulmányok - Schefer, Erhard: Zum syntaktischen Gebrauch von ostj. V Vj. är, ärki ’viel’ 411

ZUM SYNTAKTISCHEN GEBRAUCH VON OSTJ. VVJ. är, ärki 'viel* 415 b) ärki steht als Prädikat nur in der älteren Quelle (Belege Nr. 58—62). 3. ärkijdki steht nur als Präkdiat (Nr. 63—65) und nur in den neuen Quellen. Es bietet sich folgende Interpretation an: Zuerst waren die Verhältnisse geordnet, allerdings zwingt nichts dazu, den Zustand der geordneten Verhält­nisse als den allerursprünglichsten anzusehen. Geordnet waren die Verhält­nisse insofern, als der Satzbauplan für är und ärki verschiedene Positionen vorsah, und zwar herrschte folgende Verteilung: är wurde nur attributiv, ärki wurde nur prädikativ verwendet, wobei -ki als syntaktischer Bedeutungs­träger zu werten ist,3 nämlich als Prädikativsuffix.3 Dieser Zustand findet in der älteren Quelle seine Wiederspiegelung mit den Belegen Nr. 1—7 und 58— 62. Dann drang ärki in das Feld von är ein, wobei die ,,noch prädikative" Stellung (nämlich hinter anstatt vor dem Bezugswort) den attributivischen Charakter teilweise noch verdeckte, was die Belege Nr. 53 57 bezeugen. Die Verallgemeinerung von ärki, erkenntlich an der normal attributivischen Stel­lung, war gerade im Beginnen zur Zeit der älteren Quelle, deshalb nur ein ,,Hapax legomenon" (Beleg Nr. 24). Die Schlußphase war erreicht, als ärki nur noch in normal attributiver Stellung auftrat (Belege Nr. 25—52). Am Endpunkt dieser Entwicklung war jedoch auch der prädikative Charakter von ärki verlorengegangen. Dies bedeutete, daß von dem jetzt attributiven ärki die prädikative Form unter Anfügung der Prädikativpartikel -(e)ki noch­mals gebildet werden mußte, wobei -/- als Bindekonsonant eintrat. Damit sämtliches Material aus den erwähnten Quellen dargestellt ist, seien auch noch zwei Belege zitiert, die mit der vorgebrachten Erklärung nicht harmonisieren. Im Satz (66) tőt os köjrji cdkd ärki wälyal 'dort wieder Mücke sehr viel war-sie' VTO 118,10 könnte man ärki sowohl als Attribut zu köjrji wie auch als Adverb zu wälyal auffassen. Im Satz (67) päläne mdrj ärki ropiltdlöy 'manchmal wir viel arbeiten' VG 73 zeigt sich die geschilderte Expansionskraft von ärki darin, daß es die Stelle von cdkd 'sehr' einnimmt, mithin Adverb ist. EEHAED SCHIEFER Abkürzungen KT: K. F. KAEJALAINENS Ostjakisches Wörterbuch I, II, bearbeitet und herausgegeben von Y. H. Toivonen, Lexica Societatis Fenno-Ugricae X, Helsinki 1948. VO : JÁNOS GULYA, Eastern Ostyak Chrestomathy, Indiana University Publications, Uralic and Altaic Séries Volume 51, Bloomington/The Hague 1966. VTB: TepetUKUH,H. H., EyKBapb I^9HT3X HaqajibHbiH iiiKOJia noATOTOBTejrb-HbiM KJiacc (ßax rçsHTexKOJi), JleHimrpa/i, 1958. VTO : N. I. TERESKIN, Ocerki dialektov chantyjskogo jazyka, I, Vachovskij dialekt, Moskva—Leningrad 1961. 3 Zum Terminus wie 2), S. 70. — Dieses Prädikativsuffix wurde von EDIT VÉRTÉ in einem Artikel behandelt (NyK 60 (1958), S. 184—191), der allerdings erschien, als die Quellen VG, VTO und VTB noch nicht gedruckt waren. So konnte Edit Vértes die Form ärkijeki (Nr. 63—65) noch nicht kennen. 9*

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