Nyelvtudományi Közlemények 73. kötet (1971)
Tanulmányok - Schefer, Erhard: Zum syntaktischen Gebrauch von ostj. V Vj. är, ärki ’viel’ 411
414 ERHARD SCHIEFER (56) Vj. jäjdm poydl Unitot ärki täjawdl 'Axt Art Verkaufsgegenstand viel hâter' ,,hänellä on myytävänä paljon „kirvestavaraa" (s. o. kirveitä)" (d. h. 'er hat allerlei Äxte zu verkaufen') KT 674b (57) V (vgl. Nr. 24) loye wäy ärki täjaydl 'er Geld viel hatte-er' „hänellä oli paljon rahaa' KT 969b Den Belegen Nr. 53—57 mit nachgestelltem, weiterhin aber attributivem ärki, können keine Parallelen mit är gegenübergestellt werden. Die folgenden Belege Nr. 58—62 enthalten kein finites Verb; es handelt sich um Nominalsätze: (58) Vj. mdnnd ut ärki 'mir-bei (ist) Fanggerät viel' ,,minulla on paljon pyyntineuvoja, y MeHfl MHoro jioByuieKi." (d. h. 'ich habe viele Fanggeräte') KT 98b (59) Vj. jernäs uorzw ärki 'Hemd Hose (ist) viel' „alusvaatteita paljon" (d.h. 'Hemden und Hosen sind viele vorhanden') KT 187b (60) Vj. mdnnd werdnot ärki 'mir-bei (ist) Kind viel' „minulla on paljon lapsia (pieniä ja suuria)" (d. h. 'ich habe viele Kinder') KT 238a (61) Vj. coydt ärki 'Schnee (ist) viel' CHery MHoro" (d. h. 'es liegt viel Schnee') KT 936b (62) V Icpinir ärki 'Kleidungsstück (ist) viel' „vaatetta (s. o. vaatekappaleita) paljon" (d. h. 'Kleidungsstücke sind viele vorhanden') KT 1118b Von Interesse ist es, daß die Quellen keine Nominalsätze mit 'viel' kennen, in denen är als Prädikat steht; es läßt sich also feststellen, daß für solche Sätze ausschließlich ärki reserviert ist. Es gibt aber insgesamt drei Nominalsätze, in denen das Prädikat 'viel' erwartungsgemäß nicht durch är repräsentiert wird — aber auch nicht durch ärki, wie die Sätze Nr. 63—65 zeigen: VTO: (63) ,,köti jdyiydn, mdnhmdn; joydnnd kul ärkijdki, mdtä säyi wälhrndri" ,,'wageschah-es, gehen-wir-beide; Fluß-in (ist) Fisch viel, irgend wie lebenwir-beide' " 103, 7 (64) tu jdydnnd kul ärkijdki, mdrdm loydwnati emdrlil 'jenen Fluß-in (ist) Fisch viel, nur Netz-mit schöpfen-sie-ihn-aus' 87,5; 49,1; 51,7; 104,18 (dieser Satz ist also an vier verschiedenen Stellen belegt) VTB: (65) urind kul ärkijdki 'Uri-in Fisch (gibt es) viel' 66 In diesen Sätzen begegnet eine von är semantisch gleichfalls nicht differierende Form, ärkijdki, die mithin als Alternative, oder um einen Terminus von GERHARD GANSCHOW ZU verwenden, als ,,Satzallomorph" zu ärki aufgefaßt werden muß.2 Der Befund läßt sich wie folgt zusammenfassen: 1. är steht nur als Attribut und ist in allen Quellen vertreten (Belege Nr. 1—23). 2a) ärki steht als Attribut in allen Quellen (Nr. 24—57). Als nachgestelltes Attribut erscheint es nur in der gegenüber den anderen 3 Quellen um 50 Jahre älteren (Quelle KT; Belege Nr. 53—57). Für die normale attributive Stellung sprechen die neuen Quellen (Nr. 25—52); sie machen 28 Belege aus gegenüber einem einzigen aus der älteren Quelle KT (Beleg Nr. 24). 2 GERHARD GANSCHOW, Wege zur Strukturbeschreibung des einfachen Satzes im Ostjakischen, Sympo'sion über Syntax der uralischen Sprachen, Göttingen, 1970, S. 65—79 (S. 75).