Nyelvtudományi Közlemények 60. kötet (1958)

Tanulmányok - Collinder, Björn: Der Akkusativ im Wogulischen 17

Der Akkusativ im Wogulischen Nach hergebrachtem Konsensus ist die Akkusativendung -m, die in den südlichsten lappischen Mundarten, im Tscheremissischen, in der Mehrzahl der wogulischen Dialekte, im Jurakischen, im Tawgisamojedischen, in zwei von den drei Hauptdialekten des Selkupsamojedischen und im Kamassischen auftritt, eine Erbschaft aus der gemeinuralischen Zeit. Von dieser Auffassung ausgehend, wollen wir jetzt zuerst diejenigen Sprachen und Dialekte betrachten, wo die Endung -m nicht vorkommt. In den nördlichen Mundarten des Südlappischen hat die Akkusativ­endung ihre Nasalität eingebüsst. Im Pitelappischen und im Lulelappischen ist aus dem oralen Verschlusslaut f-b) eine Frikative (w, v) oder ein unsil­bisches 11 geworden. Im nördlichen Drittel von Gällivare ist der Akkusativ mit dem Genitiv zusammengefallen; dasselbe ist in den nördlicheren Mund­arten des Nordlappischen sowie im Ostlappischen der Fall, und zwar kommt die Endung (-m oder -n) nur nach einsilbigen Stämmen (in Pronomina) vor. Auf ostseefinnischem Boden ist -m in -n übergegangen. Das -n ist dann in einigen finnischen Dialekten in gewissen satzphonetischen Stellungen ge­schwunden, im Wotischen, Estnischen und Livischen durchweg. Im Mordwinischen hat das bestimmte singulare Objekt die Endung -n, die wenigstens vom synchronischen Gesichtspunkte mit der Genitivendung identisch ist. Ob man einen Lautwandel *-m >• -n nach hinterem (velarem) Vokal annehmen darf, ist fraglich. Es ist sogar eine offene Frage ob die Geni­tivendung -n aus -n entstanden ist. Vielleicht hat das mordwinische -n als Kasusendung drei verschiedene Quellen. Erstens konnte ja (wie WICK­MAN betont hat) *-n nach einem Vordervokal sowieso -n ergeben. Zweitens dürfen wir mit einem Adjektivsuffix *-n (oder r\) -f- Vokal rechnen: keven bedeutet ja, ins Finnische übersetzt, teils 'kiven' (des Steines), teils 'kivinen' (steinern). Drittens kann im mordwinischen Genitiv-Akkusativ auch ein fin­nisch-ugrisches lativisches Suffix *-n- + Vokal stecken. Ein Ana­lógon gibt es im Spanischen, z. B. conozco a tu sugero 'ich kenne deinen Schwie­gervater'. In den permischen Sprachen ist *-m verschollen, aber der Unterschied zwischen dem Nominativ und dem Akkusativ hat sich erhalten insofern als das einst vorhandene *-m den Stammesauslaut vor Wegfall geschützt hat, z. B. Nom. (wotjakisch) muH 'Mann' ~ Akk. murte. Abgesehen von der possessiven Deklination haben nur ganz wenige Substantive diesen Akkusativ bewahrt. Meistens steht ein unbestimmtes direktes Objekt im Nomi­nativ, während ein bestimmtes Objekt durch das Possessivsuffix der 3. Person Singular bezeichnet wird. 2 Nyelvtudományi Közlemények LX • Í

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