Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 52. (2007)

SCHARR, Kurt: Österreichische Archivalien in der Ukraine (Galizien und der Bukowina)

Rezensionen Duchhardt Heinz/May Gerhard, Geschichtswissenschaft um 1950 (Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz Beiheft 56; Mainz 2002), IX, 173 S. Der vorliegende schmale Band macht einige Beiträge für ein vom Institut für Europäische Geschichte in Mainz aus Anlass seines fünfzigjährigen Bestehens im Mai 2000 veranstaltetes Kolloquium im Druck zugänglich und liefert damit weitere nützliche Bausteine für eine „Geschichte der deutschen Geschichtswissenschaft nach 1945“, die spätestens mit den 1989 erschienenen historiographie­geschichtlichen Arbeiten von Winfried Schulze und Emst Schulin mächtigen Auftrieb erhalten hat. Otto Gerhard Oexle (Von der völkischen Geschichte zur modernen Sozialgeschichte, S. 27-36) bietet - weitgehend ohne Rücksicht auf den zeitlichen Fokus des Bandes — interessante Aphorismen zur Entwicklung der deutschen Geschichtswissenschaft in den 1930er Jahren, insbesondere eine spannende Gegenüberstellung von Otto Brunner und Marc Bloch. Peter Th. Walter (Die deutschen Historiker in der Emigration und ihr Einfluß in der Nachkriegszeit, S. 37-46) beleuchtet Person und Wirken von Hans Rothfels (1891-1976), der 1951 aus der Emigration zurückkehrte, den Lehrstuhl für Neuere Geschichte an der Universität Tübingen übernahm und in gewisser Weise zum Gründervater der deutschen Zeitgeschichtsforschung wurde. Emst Schulin (Universalgeschichte und abendländische Entwürfe, S. 49-64) wirft erhellende Schlaglichter auf die Gründungsgeschichte des Instituts für Europäische Geschichte in Mainz und seiner Abteilung für Universalgeschichte und geht sodann Versuchen nach, echte Universalgeschichte zu schreiben. Luth Raphael (Trotzige Ablehnung, produktive Mißverständnisse und verborgene Affinitäten, S. 65-80) handelt von der überaus problematischen Annales-Rezeption in Westdeutschland 1945-1960. Horst Möller (Die Formung der Zeitgeschichtsschreibung in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg, S. 81-100) widmet sich am Beispiel des Instituts für Zeitgeschichte in München den Schwierigkeiten und Leistungen der deutsche zeitgeschichtlichen Forschung in ihren Anfängen, während Günther Heydemann (Der radikale Umbruch, S. 101-112) die überraschend spätere und schwierige Indienstnahme der Geschichtswissenschaften durch den Staatskommunismus in der SBZ/DDR nachzeichnet. Die übrigen Beiträge entfallen auf Tagungsgäste der Abteilung für Abendländische Religionsgeschichte: Dominique Bertrand (Der Aufschwung der Patristik in Frankreich in der Mitte des 20. Jahrhunderts, S. 113-126), Victor Conzemius (Im Aufbruch zur Ökumene. Katholische Kirchengeschichtsschreibung um 1950, S. 127-142), Kurt Viktor Selge (Kirchengeschichtsschreibung in Deutschland um 1950: Heinrich Bornkamm, S. 143-164). Die breite Themenvielfalt kann als spektrale Bereichemng gesehen werden. Manche mögen sich von einer „Festschrift“ zu Ehren des Instituts vielleicht mehr 352

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