Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 52. (2007)
SCHARR, Kurt: Österreichische Archivalien in der Ukraine (Galizien und der Bukowina)
Kurt Scharr Bestandsumfanges kann erst über die zweite Archivordnung - die Opisi - erfolgen. Bestellungen erfolgen in der Regel mit vorgedruckten Bestellzetteln, auf die in der Reihenfolge Fond/Opis/Delo einzutragen ist. Pro Tag können zehn (manchmal auch mehr) Faszikel bestellt werden. Auf jeden Fall sollte man nötige Bestellungen einen Tag im Vorhinein erledigen und die Arbeitszeit dementsprechend eingeteilt werden. Die Blätter in den Faszikeln sind alle von Hand mit Bleistift durchnummeriert und erleichtern somit das Auffinden einzelner Schriftstücke wesentlich. Das Staatsarchiv (Lesesaal und Speicher) ist seit den 1960er Jahren in der ehemaligen polnischen im neugotischen Stile erbauten Herz-Jesu-Kirche in der Schewtschenko Straße in unmittelbarer Nähe eines Nahverbrauchermarktes unweit des historischen Stadtzentrums untergebracht. Betreten wird das Archiv über die frühere Sakristei an der linken Rückseite der Kirche. Der Benutzersaal liegt im obersten Stockwerk, dem vorderen Bereich des früheren Seitenschiffs.8 Seit mehreren Jahren befindet sich das Gebäude wieder im Eigentum der römisch- katholischen Kirche. Eine Übersiedlung des Archivs fand aus finanziellen und politischen Gründen bisher nicht statt. Insgesamt gereicht diese Situation den Archivalien wie Mitarbeitern und Benützem zum Nachteil. Im Winter wird weder geheizt noch werden dringend benötigte Instandsetzungsarbeiten durchgeführt. Bei den nachstehend aufgefiihrten Positionen handelt es sich ausschließlich um eine Übersetzung und geschlossene Zusammenstellung der österreichischen bzw. für die österreichische Periode relevanten Dokumente des Czemowitzer Staatsarchives. Der Umfang der einzelnen Bestände kann sehr unterschiedlich sein. Auf den genaueren Inhalt wird bei dieser Darstellung nicht Bezug genommen. Fonds der österreichischen Verwaltung (seit 1867 Österreich- Ungarische Monarchie) in der Bukowina 1774-1918 1. Fonds örtlicher Organe der staatlichen Verwaltung9 1. Verwaltung des galizischen Gubemiums in Angelegenheiten der Bukowina 1772—192110 Fond 1026, 261 delo für 1788-1860“ 8 Zusätzlich gibt es noch ein Verwaltungsgebäude, das sich in der Stasjuk Str. 20 befindet und Archivalien von nach 1945 bzw. aus der sowjektischen Periode aufbewahrt. 9 Die Nummerierung mit römischen Zahlen ist vom Autor der Übersichtlichkeit wegen vorgenommen worden. In der Generalarchivübersicht ist hier ursprünglich keine Nummerierung vorhanden. 10 Da die Übersetzung aus dem Russischen erfolgte, kann es Vorkommen, dass feststehende Bezeichnungen bei der Rückübersetzung ins Deutsche nicht gleich lautend, sehr wohl aber inhaltlich richtig, übersetzt werden. Die Jahreszahlen nach der Fondsbezeichnung geben an, in welchem Zeitraum die Behörde existierte. Sollten diese nicht festgestellt sein, steht dort der Vermerk „ne ustanowlenno“ („nicht festgestellt“). Die Jahreszahlen nach dem Archivschlüssel hingegen bezeichnen die Extremaldaten der darin enthaltenen Dokumente. 336