Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 51. (2004)

AGSTNER, Rudolf: Die diplomatische und konsularische Präsenz von Österreich(-Ungarn) im Afrika südlich der Sahara

an den Küsten des Roten Meeres in verläßlicher Weise unterrichtet zu werden;“ es bestand kaum ein Jahr.3 Durch Ah. Entschließung vom 21. Juni 1852 wurde in Kapstadt ein Honorarkonsulat errichtet, dem im Laufe der Jahrzehnte weitere Konsularämter in Südafrika folgten (Port Elizabeth 1863, Durban 1882, Pretoria 1900, Johannesburg 1903); die Anregung, in Simonstown ein Honorarkonsulat zu errichten, wurde 1870 ebenso verworfen wie 1889 der Wunsch nach einem Honoraramt in Barberton bzw. 1895 in Ottoshoop, 1902 für Bulawayo und 1903 für East London. Die Errichtung des k. u. k. Honorarkonsulats in Kimberley 1888 veranlasste umgehend österreichische Minenarbeiter in Barberton/Transvaal, unter Hinweis auf deren große Zahl und weil „weit unbedeutendere Staaten hier ihre Berufs- oder Ehrenkonsulate“ haben, die Errichtung eines solchen zu verlangen; das Ministerium des Äußern nahm aber „die Errichtung eines k. u. k. Konsularamtes für Transvaal zur Zeit nicht in Aussicht.“4 Als der Johannesburger Konsul Ramberg 1909 Bloemfontein besuchte, traf er dort zwei Österreicher (Manager des „Hotels Imperial“ bzw. „Royal Hotel“) und einen Ungarn (Versicherungsmanager) an und sah „für die Etablierung eines Honorarkonsulats sohin einstweilen keine Notwendigkeit.“5 Im Jahre 1858 wurde erstmals an der Westküste Afrikas in Sierra Leone ein kurzlebiges Honorarkonsulat errichtet. Ein 1877 gestellter Antrag auf der - vier Kilometer vor Dakar gelegenen - Insel Goree (Senegal) ein k. u. k. Konsularamt zu errichten wurde vom k. k. Handelsministerium abgelehnt.6 Mit dem k. u. k. Honorarkonsulat in Lagos wurde 1909 an der Atlantikküste Afrikas die seit der 1872 erfolgten Schließung des Honorarkonsulats Freetown (Sierra Leone) bestehende Lücke in der Konsularorganisation zwischen Saffy im südlichen Marokko und Kapstadt geschlossen. Das Generalkonsulat Kapstadt war auch für den Schutz der Österreicher und Ungarn in Deutsch-Südwestafrika zuständig, was in Berlin auf kaum verhülltes Befremden stieß. An der Ostküste Afrikas bestanden - abgesehen von dem Honorarkonsulat auf der Insel Sansibar - um 1900 zwischen Suez und Durban ebenfalls keine Konsulate. 1903 Die diplomatische und konsularische Präsenz von Österreich(-Ungam) im Afrika südlich der Sahara 3 Zach, Michael H.: Das k. k. österreichische Vizekonsulat in Massawa; in: Komparative Afrikanistik, (Festschrift Mukarovsky), herausgegeben von E. Ebermann, E. R. Sommerauer und K. E. Thomanek, Veröffentlichungen der Institute für Afrikanistik und Ägyptologie 61, Beiträge zur Afrikanistik 44, Wien 1992, S. 431-441. 4 HHStA, Administrative Registratur [in Hinkunft: AR], F 8, K 76, Barberton, Eingabe bzw. Weisung MdÄ 935/1 889 vom 14. Jänner 1889 an Konsul Pam, Kimberley. 5 HHStA, AR, F 8, K 87, Bloemfontein, K. Johannesburg LXXV1 adm. vom 17. Dezember 1909. 6 HHStA, AR, F 8, K 48, Gorea. 39

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