Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 49. (2001) - Quellen zur Militärgeschichte – 200 Jahre Kriegsarchiv

ČORDÁŠOVÁ, Silvia: Schriftstücke der k. u. k. Armee im Militärhistorischen Archiv in Trnava

Silvia Cordásová wahrten schriftlichen Dokumente der tschechoslowakischen Armee stammen aus den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts. Die ältesten erhaltenen Schriftstücke sind eben die Dokumente, die der Tätigkeit der Wehrmacht der Habsburgermonarchie und - nach 1867 - auch der ungarischen Armee (Honvédség/Landwehr) aus der Zeit des dualistischen Österreich-Ungarn entstammen. Sie wurden in den Jahren 1993 und 1996 aus dem VHA in Prag Nach Tmava überfuhrt. Bei ihrer Delimitation wurde im vollen Umfang das Provenienz­prinzip eingehalten.’ Das heißt in der Praxis, dass die Archivfonds nur derjenigen Militärverbände und -einrichtungen aus Prag in das MHA Tmava gelangten, die in einem bestimmten geschichtlichen Zeitabschnitt ihren Sitz auf dem Gebiet der heutigen Slowakei gehabt hatten. 1996 erstellten die Mitarbeiter des MHA ein Handbuch der Fonds und Sammlun­gen,1 * * 4 in dem die Schriftstücke der k. u. k. bewaffneten Macht - unter Berücksichti­gung der Militärstruktur des dualistischen Staates - in zwei elementare Gruppen eingeteilt werden: Der erste, größere Teil, wird durch die Fonds gebildet, deren Urheber ein organischer Bestandteil der gemeinsamen, dem Kriegsministerium in Wien unterstellten k. u. k. Armee war. Es befinden sich hier die Fonds aus dem Zeitraum vor und nach 1867, wobei aber diejenigen aus der Zeit nach dem Öster­reichisch-Ungarischen Ausgleich deutlich überwiegen. In den zweiten - umfäng­lich kleineren Teil-sind Archivfonds eingereiht, die aus der Tätigkeit der Land­wehreinheiten entstanden waren, die unter dem ungarischen Landwehrministerium in Budapest eine selbstständige ungarische Armee bildeten. Außer diesen Fonds verwahrt das MHA Tmava noch eine Sammlung von Mili­tärmatrikeln aus dem 17. - 20. Jahrhundert als auch einen Evidenzfonds der Kriegsgräber und Militärfriedhöfe auf dem Gebiet der Slowakei aus dem Ersten Weltkrieg. Obwohl letztgenannter Fonds erst auf Initiative der tschechoslowaki­schen Nachkriegsmilitärverwaltung entstand, wurde die Information darüber in diesen Beitrag aufgenommen, weil der Fonds einen Zusammenhang zur Monarchie aufweist und auch einige Originaldokumente aus den Jahren 1914-1918 enthält. 1 Näheres über die Delimitation der in VHA Prag deponierten Archivfonds in: „Protokoll zwischen dem Verteidigungsministerium der Slowakischen Republik und dem Verteidigungsministerium der Tschechischen Republik über die Teilung der Archivfonds und die ungeteilten Aktenbestände der Tschechoslowakischen Armee und ihre gemeinsame Benützung“ vom 26. Oktober 1995, Ar­tikel 3 - 5; vgl. auch Vimmer, Pavel: Vysledky delimitácie archivnych dokumentov slovenskej proveniende z vojenskych archivov v Ceskej republike v rokoch 1993-1996. In: Slovenskä archi- vistika 1997, Nr. 1,S. 140 -147. 4 Co rd ásó vá, Silvia K. e I en y e i, Árpád A V i m m er, Pavel: Docasny sprievodca po fon- doch a zbierkach. Bd. 1. Tmava 1996. Das Handbuch ist der grundlegende Informationsbehelf für das MHA Tmava als Forschungsstelle. 490

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