Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 49. (2001) - Quellen zur Militärgeschichte – 200 Jahre Kriegsarchiv
Rainer Egger: Zur Einführung
Rainer Egger in vieler Hinsicht überholt. Zahlreiche Bestände wurden inzwischen neu geordnet, nahezu alle Archivfonds von Faszikeln in Kartons umgelegt und wichtige neue Verzeichnisse angelegt. Aber auch die Übergabe der Bestände aus der Zeit nach 1918 an das Archiv der Republik und bedeutende Archivalienzugänge des Kriegsarchivs lassen eine Neubearbeitung des Gesamtinventars dringend nötig erscheinen. Auch wären noch die mitunter sehr knapp gehaltenen Angaben zur Behördengeschichte für einzelne Archivbestände zu ergänzen oder überhaupt neu zu bearbeiten. Doch in der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit war eine seriöse und wissenschaftlich befriedigende Bearbeitung nicht möglich und so musste die Abfassung des neuen Gesamtinventars zurück gestellt werden. - Wenn die Personalreduktion bei gleichzeitiger Aufgabenvermehrung im Archivbereich weiter anhält, müssen wir froh sein, dieses neue Bestandsverzeichnis bis 2011 zum 300-Jahr-Jubiläum des hofkriegsrätlichen Kanzleiarchivs vorlegen zu können. Als Alternative dazu haben wir uns dazu entschlossen, eine Sammlung archivwissenschaftlicher Aufsätze zu präsentieren, die von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Kriegsarchivs sowie von Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Archiven im heutigen Österreich und in den Nachfolgestaaten der Donaumonarchie verfasst wurden. In diesen Beiträgen wird die neuere Geschichte unseres Archivs dargestellt, einige Archivbestände des Kriegsarchivs beschrieben und über militärgeschichtlich relevante Bestände in anderen Archiven berichtet. Die vorliegende Festschrift enthält Beiträge zu folgenden Themenschwerpunkten: • Die jüngere Geschichte des Kriegsarchivs (1914-2000) • Ausgewählte Aspekte und Bestände des Kriegsarchivs • Militariabestände der Abteilungen des Österreichischen Staatsarchivs • Militariabestände ausgewählter österreichischer Archive • Militariabestände ausgewählter Archive der Nachfolgestaaten der Donaumonarchie Bei den Artikeln der Mitarbeiter des Kriegsarchivs war es weitgehend die Entscheidung der einzelnen Autoren, worüber sie schreiben, wie weit sie in Details eingehen und wie umfassend sie ihr Thema behandeln wollten. Diese Beiträge sind zugleich Vorarbeiten zum neuen Archivinventar, dessen Verfassung - wie erwähnt - auch weiterhin ein besonderes Anliegen des Kriegsarchivs bleiben wird. Was wir mit diesem Band nicht erreichen konnten, ist eine Vollständigkeit. Am ehesten ist dies bei den Abteilungen des Österreichischen Staatsarchivs gelungen: alle unsere „Schwestemarchive“ sind in dieser Festschrift mit Beiträgen vertreten, sodass dem Leser ein wertvoller Überblick über die Möglichkeiten der Militärgeschichtsforschung in diesen Abteilungen und in der Bibliothek des Österreichischen Staatsarchivs geboten wird. 10