Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 48. (2000)

AGSTNER, Rudolf: Österreichische Konsulate in der Schweiz

Rudolf Agstner Als Przibram am 12. Juli 1898 in den Ruhestand trat, wurde ihm der Titel eines „Sektionschefs“ verliehen. Przibrams 1910 erschienene Memoiren „Erinnerungen eines alten Österreichers“ enthalten zahlreiche Interna der österreichisch­ungarischen Außenpolitik; von besonderem Interesse sind die oben auszugsweise wiedergegebenen Schilderungen aus seiner Züricher Zeit über die Aufenthalte von Kaiserin Elisabeth, Kaiser Franz Josef, Kronprinzessin Stephanie und anderen Mitgliedern der Allerhöchsten Familie in der Schweiz. Zuletzt befand sich das Generalkonsulat 1898 in der Waldmannstraße 4 - ent­spricht der heutigen Rämistraße 29 - in Zürich I.39 Das Häusergeviert Rämistra- ße 23-29, Waldmannstraße 4-10, und Hirschengraben 1-3 war ca. 1885-1890 mit Neurenaissance-Fassaden in der Art Gottfried Sempers erbaut worden. Przibrams Nachfolger Generalkonsul von Pauli mietete Ende 1898 als Büroloka­litäten 3 Zimmer im Haus Alfred Escher-Platz 340, „welche mit elektrischem Licht beleuchtet werden können [...]“. Die Sprechstunden waren weiterhin von 10 bis 12 Uhr. Pauli selbst wohnte im Nachbarhaus auf No. 2. Im Jahre 1900 mietete er von J. J. Bloch Söhne, Zürich, eine unweit des Konsulats gelegene Wohnung, die alle Räume im 1. Stock Mythenstraße 8 umfasste, als „Amtswohnung“ - der Miet­vertrag wurde bis 1. Oktober 1906 verlängert. Ab 1. Oktober 1900 befand sich die Kanzlei des Generalkonsulats im 1. Stock des Hauses Bodmerstraße 7, Zürich II, das um 1 000 Franken jährlich von Herren F. Emde und M. Weidmann auf zunächst 2 Jahre gemietet worden war.41 Der Miet­vertrag wurde laufend verlängert. Am 10. Oktober 1906 wurden neue Räumlich­keiten gemietet, deren Lage unbekannt ist, die aber offenbar ungeeignet waren.42 Das Amt befand sich „vom Zentrum der Stadt ziemlich entfernt in unmittelbarer Nähe des Vorstadtbahnhofes Enge“ 43 und lag direkt „über einer Einfahrt und einem Gemüse-Depot.“ 44 Als Generalkonsul von Lippert am 1. Oktober 190845 das Amt übernahm, fiel diesem sogleich die Unzulänglichkeit und Kleinheit aller Räume, sowie die sonnenlose Lage der Kanzleilokaliläten auf. Die gegenwärtige Amtslokalität besteht aus vier ganz niede­ren Kammern, welche eine Breite von 2.30 m bis 3.50 m und eine Länge von 4.50 m haben; diese dienen als Kanzleien und zwar: die kleinste Kammer als meine Kanzlei, eine wenig größere für den Vicekonsul, eine dritte als Bureau für Militärangelegenhei­39 Adreßbuch der Stadt Zürich für 1 8 9 8 , S. 579, Konsulate; damals bestanden zusätz­lich Konsulate von Dänemark, Großbritannien, Mexiko, Rumänien und Serbien. 40 Der Platz wurde 1940 von der Rentenanstalt überbaut. 41 ÖStA, HHStA, AR, F 8, K 258, GK Zürich CXXIV vom 18. September 1903. 42 Das Adreßbuch der Stadt Zürich führt bis 1909 weiterhin die Adresse Bodmerstraße 7 an. 43 ÖStA, HHStA, AR, F 8, K 258, K. Zürich 48 Res vom 13. Oktober 1909. 44 Ebenda, K. Zürich XXII Admin, vom 17. März 1910. 45 Ebenda, F 4, K 193, K. Zürich CLIX vom 1. Oktober 1908. 26

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