Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 47. (1999)

SAPPER, Christian: Kinder des Geblüts – die Bastarde Kaiser Rudolfs II.

Christian Sapper Gramb solle ehestens zu ihm kommen, damit weitere Details besprochen werden könnten.496 Gramb dürfte seine Soldatesca nicht sehr gut im Griff gehabt haben - es kamen laufend Beschwerden wegen verschiedener Übergriffe, für die Matthias die Verantwortung übernehmen muß: Imperator befehlen den Don Matthias dahin zu halten, daß die wider dero Regiment aus Tirol einkommende landverderbliche Beschwerden und Klagen wirklich abgestellt werden [...] . Graf Collalto soll darauf schauen, daß das von Don Matthias neu gewor­bene Regiment von einander gelassen werde. Dem Don Matthias werden die Klagen und einkommenden Beschwerden wider sein geworbenes Volk verwiesen.497 Am 19. August schließlich erfahrt Matthias, daß er sein Regiment wieder entlas­sen soll. Den Spaniern genügte in Anbetracht der veränderten Umstände für Italien eine kleinere Truppe unter dem Oberst von Pappenheim. Die kaiserliche Resolution lautete demnach: Dem Kardinal Diettrichstein wird die Licenzierung des Volkes von Don Matthias zu wissen gemacht. Ihm, Don Matthias, selbst wird eingeschärft, sein geworbenes Volk ehestens zu licenzieren.49* Matthias scheint dennoch auf den Fortbestand seines Regiments zu hoffen, denn erst am 25. August informiert er Gramb, daß ihn der Spanische Botschafter beauf­tragt habe, das Regiment, weilten es bei der jetzigen Beschaffenheit nicht weiter vonnöten, in Gnaden zu ent­lassen [...] Vor unsere Persohn thuen wir uns gegen Ihme für seine guten Dienst be- dankhen. Belangent ein Recompens der gethanen Spesa halben wollen wir solches beim Spanischen Ambassador wie billich begem, auch so viel an uns, damit ein jeder con- tentirt sey, nichts erfinden lassen, zu welchem Ende er sich dann bei uns anzumelden wissen würdt.499 Gramb hat, nach eigenen Angaben, vier Kompanien geworben, ausgerüstet und drei Monate in seinen Dörfern erhalten und ihnen täglich 12 Kreuzer Sold gezahlt. Diese Ausgaben will er natürlich ersetzt haben.50" Ganz ähnlich schreiben Häuserer und Sokolousky. Matthias kann nur versprechen, daß er sich wegen der Erstattung der Kosten an den Spanischen Ampasator wenden werde. Besonders eilig scheint es ihm damit aber nicht zu sein, denn erst am 4. Oktober bricht er nach Wr. Neu­stadt auf, um dort mit dem Spanischen Gesandten zu verhandeln.501 Matthias selbst scheint bei der mißglückten Truppenaufstellung finanziell nicht sehr gelitten zu haben, denn es gelangen - ausnahmsweise - keine Klagen von ihm an den Hof. Die Infantin Isabella, die ja selbst viele Jahre lang als Gattin von Ru­dolf II. gehandelt worden war, scheint dessen Sohn recht gewogen gewesen zu sein. Zahlreiche Zahlungen an ihn beweisen dies. Hans Christoph Conrad, der neue 496 HKA, Konv. Don Matthias, fol. 121. 497 KA, HKR Wien, Prot 1625 R, fol. 273 und Prot-E, fol. 5. 498 Ebenda, Prot 1625 R, fol. 274. 499 HKA, Konv. Don Matthias, fol. 117 f. 51X1 Ebenda, fol. 17-22, fol. 114-121. 501 HKA, Konv. Don Matthias, fol. 23-26. 86

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