Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 47. (1999)
SAPPER, Christian: Kinder des Geblüts – die Bastarde Kaiser Rudolfs II.
Christian Sapper Haag mitbekommen - wird Wallenstein zuständig. Zur Sicherung Italiens, des Herzogtums Mailand und der Lehen um Genua - nach anderen Gerüchten zur Besetzung von Friaul oder der Schweiz - wollen Ferdinand II. und Philipp IV. auf Kosten Spaniens ein Heer von 23 000 Mann aufstellen. Philipp IV. hat durch seinen Botschafter Don Matthias zum Oberst gemacht und ihm den Auftrag gegeben ein Regiment 3 000 hochdeutscher Knecht zu Fuß zu werben - die Kosten dafür würde Spanien übernehmen. Matthias beginnt nun mit der einträglichen Aufgabe der Werbung eines Regiments. Das tut er nicht selbst, sondern er ernennt seine Offiziere, die die Aufgabe haben, für die Aufstellung der ihnen zugedachten Truppe zu sorgen. Zu seinem Oberstleutnant, also dem Mann, der ihn als Oberst vertritt, bestimmt er Caspar von Gramb und befiehlt ihm, in Tirol vier Kompanien aufzustellen. Am 24. Mai 1625 schreibt er ihm aus Wien, daß er vom Spanischen Botschafter schon das Laufgeld bekommen habe, allerdings nicht mehr als einen Taler pro Person. Das war das Übliche - die Angeworbenen bekamen einen Taler auf die Hand und täglich 12 Kreuzer Sold. Tags darauf schreibt er an Gramb, daß er einen sehr guten Quartiermeister gefunden und diesen zu Erzherzog Leopold ins Elsaß abgefertigt habe, wo auch der Musterplatz sein werde. Wieder einen Tag später meldet er Gramb, daß der Musterplatz jetzt am Bodensee, im Territorium von Erzherzog Leopold sein soll. Gramb darf bis zu 3 000 Mann anwerben. Für die Kosten will er, Don Matthias, aufkommen, auch wenn es etliche hunderttausende sein werden.4*8 Auch seinen langjährigen Diener Häuserer macht Matthias zum Hauptmann und beauftragt ihn mit der Werbung einer Kompanie. Es gibt eine Abrechnung von Häuserer über die Werbung von 631 Soldaten. Mit Namen und Herkunftsort werden genannt: 2 Leutnants, 1 Fähnrich, 1 Feldwebel, Feldschreiber, 2 Fouriere, 1 Feldscherer, 3 Korporale, 1 Gefreiter, 1 Trommelschläger, 1 Pfeifer und 120 Soldaten. Das hat 2 506 Gulden gekostet. 132 Gulden wurden den Soldaten an Darlehen gegeben. Später beklagt sich Häuserer bitter, daß ihm Don Matthias zwar versprochen habe, alle Unkosten zu ersetzen, ihm aber letztlich nur 300 Taler-und die in schlechten Kreuzern - gegeben habe, obwohl er vom Spanischen Gesandten für die Kompanie 500 Taler empfangen hätte.4*9 Ein weiterer Hauptmann ist Hans Sokolovsky von Sokolow. Er soll eine Kompanie von 300 Leuten aufstellen und dafür 300 Taler erhalten, darauf gibt ihm Don Matthias sein fiirstliches Wort. Der Hauptmann wiederum beauftragt seine Unterführer mit der Werbung. Sein Fähnrich Christoph Ochs von Sonnau verspricht 80 Mann zu werben und zum Musterplatz zu bringen und erhält dafür von Sokolousky 120 Taler. Sein Leutnant David Schukanbeck erhält für 100 Mann 200 Taler, sein 488 489 488 HKA, Konv. Don Matthias, fol. 17-22, fol. 114-121 und 188 f. 489 Ebenda, fol. 30r 84