Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 47. (1999)
SAPPER, Christian: Kinder des Geblüts – die Bastarde Kaiser Rudolfs II.
Christian Sapper Mittels Sonderbevelchs auf die Maut Stein laufen 1 500 Gulden ein.4,3 Gleicherweise werden die Ämter Engelhartszell und Mauthausen ermahnt, den Don Matthias schleunigst zu bezahlen, damit er seine vorhabende Reise bezahlen kann.tu Im Jahre 1622 finden wir Matthias wieder auf Reisen - dafür streckt ihm Hans Grieskirchner 700 Gulden in gutem Geld vor.435 436 437 Zuerst geht er nach Schlesien, wo er Erzherzog Karl, den jüngsten Bruder von Ferdinand II., zu treffen versucht. Er verfehlt ihn jedoch und muß ihm bis Neuss nachreisen. Für seine Reise dorthin strecken ihm die Bankiers Vinzenz und Nikolaus Joanelli 600 Gulden vor.438 In Neuss macht er keine Schulden - das läßt darauf schließen, daß er vom Erzherzog Karl ausreichend mit Geld versehen wurde. Ein Amt oder eine Aufgabe hat ihm der Erzherzog - er ist seit 1621 auch Landeshauptmann und Regent von Schlesien - anscheinend nicht übertragen. Von Neuss reist Matthias wieder in die Niederlande zur Infantin Isabella, der Witwe seines Wohltäters Erzherzog Albrecht. Vielleicht erhofft er sich eine Erneuerung der Pension, die ihm der Verstorbene ausgesetzt hatte. Isabella scheint von ihm recht angetan: am 16. Februar 1622 bittet sie als Gouverneur der Niederlande Ferdinand II., daß dem Don Matthias sein Deputat richtig ausbezahlt werde. Er soll in Sunderheit wegen jetziger seiner bevorstehenden Heyrath in kaiserlicher gnädigster und guter Consideration und Recommendation gehalten werden.439 Zehn Tage später schreibt sie nochmals, daß man wegen seiner Verwandtnuss mit unserem Hochlöblichen Haus etwas für ihn tun müsse.440 Außerdem scheint sie ihm ein größeres Geldgeschenk gemacht zu haben, denn er ist auf einmal flüssig: sein Stallmeister Häuserer erhält den ausständigen Sold für 3 Jahre und noch dazu zahlt ihm Georg Proceller, Hofmeister und Rat von Don Matthias, auf seinen Befehl 600 Gulden aus und verdoppelt seine Besoldung auf 400 Gulden jährlich. Dafür soll er ihm in die Niederlande nachreisen. Wann er (Häuserer) was bey denen Herrn von Nürnberg erhalten werden, soll er ein Kleid - d.h. Kleidung, Mantel, Strümpfe, Hosenbänder und Zugehörung — erhalten. Tatsächlich hat Häuserer in Nürnberg 2 000 Gulden — wofür wissen wir nicht - erhalten.441 Nach Wien zurückgekehrt erhält Matthias eine Audienz bei Ferdinand II. Im Anschluß daran bittet er anfangs April Ferdinand II. - wie vor kurzem mündlich besprochen - um drei kaiserliche Intercessionen: vom König von Spanien will er eine Pension, von der Infantin Isabella ein Regiment in den Niederlanden und zuletzt 435 HKA.Nö. HA, S 103 B, fol. 816V. 436 HKA.Nö. K, 18 und 128 ex Jan 1622. 437 HKA, Nö. HA, W 61A/9, fol. 872. 438 HKA, Konv. Don Matthias, fol. 144'und fol. 150-151. 439 HHStA, Dipl. Korr., Belgien, Karton 39, Band 3, 1622 Feb 16. 440 HHStA, Dipl. Korr., Belgien, Karton 39, Band 3, 1622 Feb 26. 441 HKA, Konv. Don Matthias, fol. 27v, 29v und 37'. 74