Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 47. (1999)

SAPPER, Christian: Kinder des Geblüts – die Bastarde Kaiser Rudolfs II.

Christian Sapper Sicilia verlangt, Kaiser, König und die Erzherzoge daran interessiert und der Dona de Austria als die Anfängerin und Tractirerin dieses Werks gewesen zum oftermalen dar­über geschrieben und michs in seinem Namen tractiren lassen. Jetzt ist er durch Burgos durchgereist, sie ihn stattlich empfangen und einladen las­sen. Er aber weder das eine noch das andere angenommen, sondern ohne Verrichtung einiger Visita fort. Daher sie sehr disgustirt verblieben. Was er nun damit meint, ist mir verborgen.4"7 In Brüssel wird er, anders als in Spanien, mit offenen Armen aufgenommen. Erz­herzog Albrecht, der ihm ein großer Freund geworden zu sein scheint, schreibt am 1. Jänner 1620 an Ferdinand II.: Euer Mjt [...] wissen [...] welcher Gestalt und wie treu wohlmeinend [...] Ich noch 1619 [...] für den hochgeborenen unseren lieben Getreuen Don Matthias [...] interce- diert. Es werden aus dem Tractamento, damit ich Ime jedesmal an meinem Hofe begegnen lasse und demjenigen, so ich auch in ander Weeg für Ime arbeiten werden, E. Mjt. [...] sonder allen Zweifel verspüren, wie treulich ichs mit Ime maine, und daß Ichs in mei­nem Gewissen dafürhalte, daß wir Ime wegen des Bluets, der kaiserlichen Legitimation unserer geehrten Vorfahren, bei den gleichen alzeit eingefolgten Exempel nach mit al­len Gnaden gewogen zu sein Obligation haben. Dazu bewegt mich soviel desto mehr, Ihme mit allen Gnaden gewogen zu sein, daß ich an dessen Persohn ein taugliches wollqualificiertes Subject findt und E. Mjt von Ime verhoffent- und unzweiffelntlich nüzliche ersprießliche Dienste empfangen kann. So auch vermutlich weillandt Kaiser Rudolf an Ime abgesehen und deswegen zu besagter Legitimation bewogen worden. Bithe E. Mayt [...] abermalen [...] Sie wollen an Ime erweisen und sehen lassen, daß meine getreue Intention und Fürbith bei E. Mayt. stathgefunden, und geruhen Ime nicht allein als ein Glidt unseres Bluets bei dero Kays. Hoff ehren und respectiren und mit notwendigen Underhalt der Qualität gemeß gnädigst versehen zu lassen, sondern auch Ime bei denen bei dem Kriegswesen an jezo teglich fürfallenden Gelegenheiten und Erledigungen oder neuen Kriegswerbungen Ime vor allen andern würklich und ansehn­lich zubestellen und zugebrauchen. Seiner auch sonsten bey vorfallenden Geföl- ligkheiten im Reich, damit er mit etwas Bestendiges versehen werden möge, in Gnaden eingedenk zu sein und sich in ainem noch anderen, weder durch dero ministros noch jemandt andern, wer der auch seye, (ab)wendig machen lassen, der gewissen gnädigsten Zuversicht, daß Er sich hingegen dergestalt angreiffen und erzeigen solle, als man im­mer von Ime verhoffen mechte, so ich Ime dann genzlich zuetraue. [...] So ist es an Ime selbst billich und E Mt. und L. und unseren hochlöblichen Hauses Reputation und Grandeza gemeß [...]407 408 Ferdinand II. antwortet dem Erzherzog Albrecht, daß er, soweit dies bei diesen schweren Zeiten möglich sei, dem Don Matthias soviel als erschwinglich zukom­men lassen werde. Danach aber äußert er sich kritisch: Zu seiner Beförderung aber würde es sehr dienlich sein, nachdem er den langen Rock abgelegt, daß er sich zu höheren Befelchen selbsten auch mehr tauglich mache. Damebens aber will ich nit der Meinung sein, daß obgemelter Don Matthias Ursach habe, E.L. Schreiben, darinnen er ein Glidt unseres Geblüets genennet wirdt, so hoch zu interpraetim, daß er dessentwegen bei Hofe oder im Veldt, praecedentias suchen solle, die Ime zu seiner Beförderung mehr verhinder- dann förderlich sein und daraus unumgänglich andere Weitläuffigkaiten volgen möchten, sintemahl E. L. selbsten be­wußt, daß es in dergleichen Fählen bey unserem Haus [...] Herkommen, daß sogaar die 407 HHStA, Spanien, Dipl. Korr. Khevenhüller aus dem OÖLA, Jg. 1621, S. 904, 908, 958 und 993. 408 HKA, HF, r. Nr. 180, 1620 Jun 1 I, fol. 23 f. 68

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