Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46. (1998)
ZEDINGER, Renate: Die „Niederländischen Pensionen“: Archivalien zur Geschichte der belgischen Emigration von 1794
Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46/1998 - Rezensionen Auswärtigen Amtes in Bonn und einige Akten aus dem Archiv der Republik des Österreichischen Staatsarchivs. Die Texte sind äußerst kurzweilig zu lesen und haben, mit einem gewissen Abstand betrachtet, in vielen Fällen - vor allem im Kapitel über die SS, welche zu einem überwiegenden Anteil aus Korrespondenz von und an Reichsfuhrer-SS Himmler besteht - fast kabarettistische Züge. Als typisches Beispiel sei ein Dokument zitiert: S.138, (119) 15. 8. 1939 Himmler an SS-Oberf. Dr. med. Hans Deuschl Lieber Hansi! Besten Dank für Deinen Brief. - Dass Deine gute Frau einen anderen Namen bekommen soll, halte ich für richtig und gut, denn dass eine Germanin wie Deine Frau „Sara“ heissen soll, ist mir noch nie eingegangen. Warum macht Ihr es aber nicht einfacher! Lasst einfach das „S“ weg, sodass der ohne Zweifel arische Name „Ara“ daraus entsteht. Ich habe aber gegen Euren Plan, sie in Sigrid umzubenennen, ebenfalls nichts einzuwenden. ([•••]) Herzliche Grüsse von Haus zu Haus. (Bundesarchiv NS 19 alt 214) Die ganze Perfidie und Verlogenheit des Regimes wird aufgezeigt, aber es geht oft auch nur um einfache menschliche Dinge, wie sie zu jeder Zeit an jedem Ort Vorkommen können, aber in Zusammenhang mit der NS-Diktatur doch einen ganz eigenen Eindruck hinterlassen. Nicht ausschließlich Negatives wie Neid und Spießbürgertum sowie alle Attribute, mit denen das 3. Reich verbunden wird, sondern auch Regungen wie Dank und Trauer sprechen aus manchen Dokumenten, was zum Einen zu einer gewissen Enttabuisierung dieser Zeit beiträgt und zum Anderen das Verständnis fördert, wie sich dieses Regime etablieren und so lange halten konnte. Dieter Lautner, Wien Marin, Francesco: Pacifisti e socialpatrioti. La socialdemocrazia austriaca alia conferenza per la pace di Stoccolma - 1917. Trento 1996 (Collana di monografie edita dalia Societá di Studi Trentini di Scienze Storiche 54). 210 Seiten Man könnte es eine Form von Trauerarbeit nennen, sich mit gescheiterten Friedensbemühungen auseinanderzusetzen. Jedenfalls verdienen die Hoffnung und die Arbeit der Friedensbemühten auch dann die Aufmerksamkeit der Nachwelt, wenn sie nicht zum erwünschten Erfolg führten. Denn Folgen haben sie ja doch gehabt, und mitunter gar nicht so geringe. Die 2. (sozialistische) Internationale war 1889, 13 Jahre nach der Auflösung der 1., gegründet worden und hatte in einer Reihe von Kongressen u. a. auch den Frieden und seine Erhaltung thematisiert. Leider war es den Vertretern der sozialistischen und sozialdemokratischen Parteien nicht gelungen, völlige Klarheit und Ei539