Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46. (1998)

ZEDINGER, Renate: Die „Niederländischen Pensionen“: Archivalien zur Geschichte der belgischen Emigration von 1794

Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46/1998 - Rezensionen Roh wer, Jürgen: Alliierte U-Boot-Angriffe im Zweiten Weltkrieg, Die Ope­rationen auf dem europäischen Kriegsschauplatz 1939-1945. Hrsg, unter der Patronanz der Bibliothek für Zeitgeschichte in Stuttgart. Bemard & Graefe Verlag: Bonn 1997. 252 S. Die Eckpfeiler maritimer Kriegsgeschichtsschreibung bilden naturgemäß schier endlose Listen über „Erfolge“ und „Verluste“ von Verbänden zur See und auch ein­zelnen Schiffen und Fahrzeugen. Mit Blickpunkt auf den Zweiten Weltkrieg war die Sachlage für den Zugriff weit schwieriger als für die davorliegenden Auseinandersetzungen maritimen Charakters. Mit dem Kriegsende 1945 hörte die deutsche Kriegsmarine auf zu bestehen, was blieb war ein mehr oder minder zugänglicher Aktennachlaß, der in den folgenden Jahrzehnten immer wieder für wissenschaftliche Publikationen herangezogen wurde, im Bezug auf Unterseeboote teilweise auch sensationsheischende Auswüchse erlang­te. Was allerdings als Faktum blieb war die Tatsache, das diejenigen Unterlagen, die „überlebt“ hatten, praktisch uneingeschränkt für die wissenschaftliche Auswertung zur Verfügung standen. Ganz anders war dies freilich bei den seinerzeitigen Siegermächten des 2. Welt­kriegs. Ihre „Marinen“ bestanden kontinuierlich weiter und gingen nach dem Kriegsende zum „Friedensbetrieb“ über. Die politische Gesamtveränderung der Landschaften brachte es mit sich, daß die Einstellung und das Interesse zu marine­historischen Abläufen sich sehr unterschiedlich entwickelte, damit verbunden die Zugangsmöglichkeiten in den betreffenden einschlägigen Archiven. Erst die großen politischen Veränderungen am Beginn unseres Jahrzehntes er­möglichten den tiefergehenden Einblick in Quellen, die bis dahin praktisch ver­schlossen waren. Prof. Dr. Rohwer hat diese Chance genützt und, gestützt auf einen fachkundigen Mitarbeiterstab in den betreffenden Ländern, die durch alliierte Unterseeboote auf dem europäischen Kriegsschauplatz verursachten Schiffsverluste zusammengetra­gen. Das Buch, das einen deutschen Titel und eine deutschsprachige Einleitung besitzt, ist im Sachteil in englischer Sprache abgefaßt, wobei dies die Sprache der Erstellung des Manuskriptes war, das, nachher nicht mehr einer weiteren Überset­zung ausgesetzt wurde. In übersichtlich angeordneten Rubriken erhält der Leser praktisch sämtliche, mit einem Schiffsverlust in Verbindung zu bringenden Details. Diese sind dann letzt­endlich auf die Korrekturen und Nachforschungen des Expertenteams fundiert, wo­bei der noch tiefer am Einzelfall interessierte Forscher sich danach mit den ein­schlägigen Archiven wird auseinandersetzen müssen. Zur leichteren Auffindung der Operationsgebiete sind diese in Sachkapiteln, von der Arktis bis ins Mittelmeer und darüber hinaus ins Schwarze Meer gegliedert. Am Ende des Bandes erleichtern drei weitere Indices, einer über die U-Boote, einer über 535

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