Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46. (1998)

ZEDINGER, Renate: Die „Niederländischen Pensionen“: Archivalien zur Geschichte der belgischen Emigration von 1794

Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46/1998 - Rezensionen werden die Fragen des Kriegswesens vor dem Gemeinsamen Ministerrat behandelt. Ähnlich eingehend werden zum Abschluß der Darstellung Fragen analysiert, welche nicht in die Kompetenz des Gemeinsamen Ministerrates gehörten oder ausschließ­lich aufgrund von gemeinsamen Interesse vor den Ministerrat gebracht wurden. Den Epilog bildet schlußendlich die Darstellung der Neuinterpretation der Rolle des Au­ßenministers und der Funktion des Gemeinsamen Ministerrates in der jüngeren Geschichtsforschung in Österreich wie in Ungarn. Der Autorin geht es um die Frage, wie der Vorrang der Reichsinteressen gegen­über den beiden Staatsinteressen gewahrt werden konnte. Des weiteren wird das Kräfteverhältnis der beiden Reichsteile zueinander analysiert. Einen großen Raum nimmt in diesem Zusammenhang die Frage nach der Stellung des Außenministers als Vorsitzenden des gemeinsamen Ministerrates und nach der Stellung des Kaisers und Königs beim Interessensausgleich ein. Abweichend von zahlreichen Arbeiten, welche zumeist ausschließlich die Grundfragen nach der Verantwortlichkeit der gemeinsamen Minister untersuchten, arbeitete die Autorin gestützt auf das vollstän­dige Quellenmaterial die Tätigkeit des gemeinsmanen Ministerrates in vier Jahr­zehnten auf. Zusätzlich griff sie auf Materialien des Außen-, des Kriegs- und des Gemeinsamen Finanzministeriums sowie auf die ungarischen Ministerratsprotokolle und die Akten des ungarischen Ministerpräsidiums zurück. Dank des angenehmen Stil der Autorin, des Aufbaus sowie der inhaltlichen Fra­gestellung kann Eva Somogyis Werk als geeignte Grundlage nicht nur von entspre­chend vorgebildeten Historikern, sondern auch von Lesern, deren Interessen sich auf die gegenständliche Zeit erstrecken, herangezogen werden, um die Verwaltung und die Regierung der „Doppelmonarchie“ besser zu verstehen. Die Termini kaiserlich und königlich sowie kaiserlich-königlich erhalten durch das gegenstädliche Werk neben ihrer augenscheinlichen auch eine rechtliche Bedeutung und einen Tiefgang. Dem Leser wird das Problem des Interessensausgleichs zwischen den beiden Teil­staaten und damit die Differenzen, die im Bewußtsein der Menschen bezüglich der Einheit des Reiches bestanden haben, bewußt gemacht. Roman-Hans Gröger, Wien Schmidt-Brentano, Antonio: Die österreichischen Admirale. Bd. 1: 1808— 1895. BiblioVerlag: Osnabrück 1997. XXVII und 513 Seiten, illustriert. „Das Interesse an der Geschichte der ehemaligen österreichisch-ungarischen Kriegsmarine hat in letzter Zeit deutlich zugenommen, [...]“ beginnt der Autor die Einführung zu seinem - und das sei hier gleich vorweggenommen - profunden und reichhaltigen ersten Band der Biographien österreichischer und österreichisch­ungarischer Admirale, der für den Zeitraum von 1808-1895 insgesamt 90 Personen umfaßt. In der Tat haben die letzten etwa 15 Jahre eine echte „Flut“ an Publikationen über einerseits die allgemeine Geschichte der k. (u.) k. Kriegsmarine oder andererseits die 531

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