Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46. (1998)
ZEDINGER, Renate: Die „Niederländischen Pensionen“: Archivalien zur Geschichte der belgischen Emigration von 1794
Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46/1998 - Rezensionen wirtschaftlichen Wachstum konstatiert. So erfolgte bis Mitte der 1870er ein überaus rascher Aufbau des höheren Bildungswesens, insbesonderen auch des technischen, während von da an bis in die 1890er Jahre hinein - bedingt durch die wirtschaftlich ungünstigeren Rahmenbedingungen - dieser Prozeß sich verlangsamte. Die wirtschaftliche Rezession und Stagnation führte auch dazu, daß - wie Cohen zeigt - das technische Schul- und Hochschulwesen in den späten 1870er und in den 1880er Jahren zugunsten der traditionellen Gymnasial- und Universitätsbildung an Boden verlor. Erst mit dem neuerlichen wirtschaftlichen Aufschwung Mitte der 1890er Jahre nahm auch die Zahl der Schüler und Studenten wiederum zu, erlebte das Bildungswesen einen neuerlichen Innovationsschub, sodaß Österreich im europäischen Vergleich punkto höherem Schulwesen eine Spitzenposition einnahm. Auf Cohens Studie in allen Punkten, die behandelt werden, im Detail einzugehen würde zweifellos über den Rahmen dieser Rezension hinausgehen. Auf folgendes sei daher zum Abschluß nur kurz verwiesen: Cohen beschäftigt sich u.a. auch mit den staatlichen Reaktionen auf den Bildungsboom sowie mit der Bedeutung des höheren Schulwesens für einzelne soziale, ethnische und religiöse Bevölkerungsgruppen der Habsburgermonarchie, und auch studentische Organisationsformen sind ihm ein Thema. Herbert H. Egglmaier, Graz Graf-Stuhlhofer, Franz: Humanismus zwischen Hof und Universität. Georg Tannstetter (Collimitius) und sein wissenschaftliches Umfeld im Wien des frühen 16. Jahrhunderts. Wien 1996 (Schriftenreihe des Universitätsarchivs 8). 192 S. und 22 SW-Abb. Mit Georg Tannstetter (Collimitius) ist die vorliegende Studie von Franz Graf- Stuhlhofer einem bedeutenden Humanisten aus dem Kreis um Konrad Celtis gewidmet. Sie beruht auf einer 1980 in Wien approbierten Dissertation, die unter Einbeziehung der neuesten Literatur in vielem überarbeitet und in so manchem ergänzt, teilweise auch gekürzt worden ist. Einiges - so beispielsweise die interessanten Ausführungen über das humanistische Collegium poetarum - ist gänzlich neu hinzugefügt worden. Nach einer kurzen Einleitung, in der Graf-Stuhlhofer das primäre Ziel seiner Studie dahingehend umreißt, „Leben und Wirken einer Persönlichkeit, deren Name in vielfältigen Bezügen auftaucht, zuverlässig darzustellen“ (S. 17), wird dem Leser - gleichsam zum Einstieg und zum besseren Verständnis des folgenden - in zwei kurzen Kapiteln die Person Tannstetters nahegebracht. Im ersten geht es dämm, wie Tannstetter von seinen Zeitgenossen gesehen wurde, aber auch um seine Einschätzung durch spätere Generationen; im zweiten geht es um seine Herkunft und um wesentliche biographische Daten zu ihm. Das hierauf unter dem Titel „Zwischen Universität und Hof1 folgende Kapitel, ist das erste der beiden zentralen Kapitel der vorliegenden Studie Graf-Stuhlhofers. 521