Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46. (1998)

LILLA, Joachim: Die Bevollmächtigten für den Nahverkehr (Nbv) und ihre nachgeordneten Dienststellen in Österreich 1938 bis 1945

Joachim Lilla- Der Bevollmächtigte für den Nahverkehr für den Wehrkreis XVIII - Anschrift: Salzburg, Hofstallgasse 5 d Bezirk: Wehrkreis XVIII (Länder bzw. Reichsgaue Salzburg, Tirol-Vorarlberg, Steiermark, Kärnten, seit 1941 außerdem CdZ-Gebiete Südkämten, Südsteiermark) Nbv: Sektionsrat (1. April 1939 Oberregierungsrat, 1944 Regierungsdirektor) Dr. Hans Pobischer7 (9. August 1938 bis 1945) ständiger Vertreter: Im September 1938 war noch kein ständiger Vertreter bestellt8 Reichsbahnrat (1940 Regierungsbaurat, 1942 Oberregierungsbaurat) Dipl.Ing. Eu­gen Lippl9 (vor März 1939 bis Anfang 1945) Regierungsassessor Georg Kießl (1942) Die innere Verfassung der Nbv-Dienststellen Nähere Informationen zur Geschäftsverteilung der Bevollmächtigten für den Nah­verkehr Wien und Salzburg sind nicht bekannt. Der Reichsverkehrsminister hat im Oktober 1939 eine Mustergeschäftsverteilung herausgegeben, an der sich die Nbv- Dienststellen zu orientieren hatten10 11: Nachdem die Tätigkeit der Nbv „nunmehr auf den Krieg umgestellt ist, erscheint es zweckmäßig, eine einheitliche Verteilung der aufkommenden Geschäfte innerhalb Ihrer Dienststelle vorzunehmen“. Dieser Mustergeschäftsverteilungsplan sah folgende Arbeitsgebiete vor: 1. Allgemeine Verwaltung und Kassenangelegenheiten 2. Personaleinsatz und -ersatz 3. Einsatz der GütemahVerkehrsmittel (einschließlich Pferde) 4. Einsatz der Güterfemverkehrsfahrzeuge (auch für Sonderaufgaben) 5. Personenverkehr 6. Spedition und Lagerei 7. Einsatz der Personenbeförderungsmittel 8. Treibstoffangelegenheiten 9. Angelegenheiten für Reparaturen und Ersatzteile Diese Geschäftsverteilung wurde 1941 als „durch die Ausweitung der Aufgaben überholt“ bezeichnet und ab 1. Oktober 1941 durch eine neue ersetzt“. Die Nbv- Dienststellen wurden in elf Dezernate gegliedert, die bei größeren Nbv-Bezirken von je einem Dezernenten verwaltet werden sollten; bei kleineren Nbv-Bezirken konnte ebd. 1940 als dem Reichverteidigungskommissar unterstellte Dienststelle „Der Bevollmächtigte für den Nahverkehr für den Wehrkreis XVIII“. So firmierte der Nbv Salzburg auch gelegentlich im Schriftverkehr und in Drucksachen, vgl. LandesA Salzburg, Reichsstatthalter 1/3 V 29. 7 1942 vorübergehend als Beauftragter des RVM zum OKW abgeordnet; mit der Leitung der Dienststelle betraut wurde Dipl.-Ing. Lippl, Salzburger Amtskalender 1942. Ende 1944 RDir, RVkBl. 1944 B, S. 182. 8 Verzeichnis September 1938. 9 1942 ORBR, Salzburger Amtskalender 1942; Anfang 1945 Rücktritt zur RBahn, RVkBl. 1945 B, S. 21. 10 RdErl des RVM vom 4. Oktober 1939, K 9.10 583/39, BA-P R 5/8029. 11 RdErl des RVM vom 30. Juli 1941, HSTAS 151/01 Bü 299, Bl. 1 ff.; die dort genannten Anlagen mit näheren Angaben zur Aufgabenverteilung sind nicht erhalten. Sie lassen sich aber aufgrund des unmittel­bar beigefügten Geschäftsverteilungsplans des Nbv Stuttgart vom 1. Oktober 1941 rekonstruieren. 186

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