Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 44. (1996)

STRIMITZER, Birgit: Der k. k. Staatsrat Friedrich Freiherr Binder von Krieglstein, Freund und Sekretarius des Staatskanzlers Kaunitz. Ein Beitrag zur Klientelpolitik der maria-theresianischen Epoche

glaubte auf evangelischer Seite, Widerstand gegen „des babst abgötterey und der Spanier mörderey“- wie es in einem Propagandalied hieß - zu leisten1 . Bei Opll und Rudolf, S. 99, lautet die Stelle so: Ebenfalls zu keiner Verbesserung des Eindrucks, den man von Spanien und den Spaniern hatte, trug dann die überaus rigorose kaiserliche Quartierpolitik in den deutschen Städten bei. Unter Karl V. hatte man in Spanien das ältere System der Zwangseinquartierungen („regalia de aposentos“) weiter ausgebaut, und bei der Requirierung von Unterkünften in Augsburg 1530 ging man durchaus ähn­lich vor. Eine weitere Entwicklung zum Negativen erführen die Dinge während des Schmalkaldi- schen Krieges, bei dem der Einsatz von rund 8000 spanischen Soldaten größte, ja kriegsentschei­dende Bedeutung erlangen sollte. Durch die Haltung der Protestanten noch verschärft, sah man in den Spaniern den Inbegriff des Landes- und Glaubensfeindes. Aussagen wie „Kyrie, die Spanier sind im Land“ oder „des babst abgötterey und der Spanier mörderey“ charakterisieren die Stimmung im protestantischen Lager Deutschlands aufs deutlichste. Auch ein Beitrag des Rezensenten wurde exzerpiert. Dort heißt es2: Diese Situation spitzte sich besonders zu, als ab 1574 Graf Monteagudo immer intensiver seine Ablöse forderte. Zayas, der Sekretär Philipps für die Reichsgebiete, hielt damals in einem Gutachten fest, man müsse darauf achten, daß der, der abgesandt werde, zumindest Latein könne, mußte aber zugeben, daß es sehr schwierig sein würde, im Hochadel eine für die Gesandtschaft qualifizierte Per­son mit den nötigen Sprachkenntnissen zu finden. [... ] Pars pro toto sei hier Monteagudo zitiert, der am Ende seiner Gesandtschaft aus Genua, wo er auf das Schiff wartete, das ihn nach Hause bringen sollte, schrieb: „Am Ende kann keiner es sagen, was es heißt, sieben Jahre in einer Verbannung wie in Deutschland zu arbeiten.“ Bei Oppl und Rudolf, S. 97, lautet die Stelle folgendermaßen: Als Monteagudo ab 1574 immer mehr auf seine Ablöse zu drängen begann, hatte man am spani­schen Hof größte Probleme, einen geeigneten Nachfolger für ihn zu finden. Ein Gutachten des Sekretärs König Philipps II. für die Reichsgebiete betonte, daß der neue Gesandte in Wien zu­mindest Latein können müsse, es werde aber sehr schwer sein, im Hochadel eine dafür geeignete Person zu finden. Erst 1577 konnte die Ablöse des Gesandten Monteagudo über die Bühne gehen. Noch aus Genua, wo er das Schiff nach Spanien bestieg, schrieb er in bezeichnender Weise: „Am Ende kann keiner es sagen, was es heißt, sieben Jahre in einer Verbannung wie in Deutschland zu arbeiten.“ Die Liste der Beispiele ließe sich noch fortsetzen. Um den Autoren Gerechtig­keit widerfahren zu lassen, soll der Hinweis nicht fehlen, daß die Konzeption des Buches keine Anmerkungen vorsieht. Doch wird an einigen wenigen Stellen auf Autoren im Kontext durchaus verwiesen (z. B. S. 27, S. 83, S. 128). Mit dem Hinweis auf die Konzeption des vorliegenden Werkes ist es also keineswegs getan, ebensowenig mit dem Verweis auf die Bibliographie, in der die benützte Literatur, darunter auch die oben genannten Arbeiten, in alphabetischer Reihen­folge angeführt werden. Denn damit ist nicht erkennbar, wo und in welcher Weise die in der Bibliographie aufgereihte Literatur im Buchtext benützt wurde. Das Fehlen von Anmerkungen zum Zwecke des Nachweises der verwendeten Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 44/1996 - Rezensionen 1 Kohler, Alfred: Die spanisch-österreichische Begegnung in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Ein mentali-tätsgeschichtlicher Versuch. In: Krömer (Hrsg.): Spanien und Österreich in der Renais­sance (wie Anm. 1), S. 43-55, hier S. 52 f. 2 Edelmayer, Friedrich: Habsburgische Gesandte in Wien und Madrid in der Zeit Maximilians II. Ein Vergleich der innerhabsburgischen Begegnung auf der Ebene der Diplomatie. In: Krömer (Hrsg.): Spanien und Österreich in der Renaissance, S. 57-77, hier S. 61 f. 400

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