Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 44. (1996)
AGSTNER, Rudolf: Das Palais Polowzow als k. u. k. Botschaft in Sankt Petersburg 1886–1914
Rudolf Agstner digung der inneren Ausschmückung, wie Anschaffung der unbedingt notwendigen Kunstgegenstände wie Uhren und Leuchter für die Kamine, Büste Seiner Majestät des Kaisers, weiland Ihrer Majestät der Kaiserin, Lampen ..."3S. Das Inventar der im Botschaflspalais befindlichen, der k. u. k. Regierung gehörenden Einrichtungsstände, wies folgende Räume aus: a) Treppenhaus b) Appartements S. E. des Herrn Botschafters: Vorzimmer, Speisezimmer, Bibliothek, Großer Salon, Kleiner Salon, Arbeits-Cabinet, Schlafzimmer, Toilette Zimmer, Zimmer des Kammerdieners, Wohnung des Haushofmeisters, Dienerwohnung, Putzzimmer, Wäschekammer, Anrichte-Zimmer, Anrichte-Küche, Silberkammer, Hauptküche, Raum zur Aufbewahrung kalter Provisionen, Wohnung des Kochs. c) Kanzleiräume: Vorzimmer, I. Kanzleizimmer, II. Kanzleizimmer, III. Kanzleizimmer, Zimmer des Botschafts- Rathes, Zimmer des Dragomans, Chiffrier-Zimmer, ein Nebenraum. d) Courierzimmer e) Empfangsräume: Vorzimmer, Großer Saal Nro. I, Salon Nro. II, Salon Nro. III, Salon Nro. IV, Fremdenzimmer, Toilette Zimmer, ein Nebenraum, Cabinet, Große Gallerie, Großer Speisesaal, Kapelle* * * 39. Insgesamt verfügte die Botschaft über eine Kapelle, 12 Salons, 54 Wohnräu- me, 7 Kanzleiräume, 45 Dienerzimmer, 27 Wirtschaftsräume, 5 Stallungen, 4 Remisen, 4 Eiskeller, 3 Holzvorratsräume, 26 Vorräume und Korridore, 9 Badezimmer, 5 Treppen; der projektierte große Saal hätte 10 Zimmer und 3 Nebenräume ersetzt. Das Generalkonsulat umfaßte 5 Wohnräume, eine Küche, ein Dienerzimmer, ein Badezimmer und 4 Kanzleizimmer40. Die monatlichen Palaisadministrationskostenbeliefen sich auf ca. 3.000 Rubel Im Jahr 1902 erwies es sich im Hinblick auf die Vermählung von Botschafter Aehrenthal neuerlich als erforderlich, gewisse Adaptierungen durchzuführen. „Es stellen sich aber jetzt, wo das Botschaftshotel von einer Menage bewohnt wird, zahlreiche Mängel und Lücken heraus. Um in der Lage zu sein, den Repräsentationspflichten im kommenden Winter und späterhin in würdiger Weise nachkommen zu können, sehe ich mich veranlaßt, ... den Vorschlag in Betreff der Gewährung eines Kredites von Kronen 50.00041 zur vollständigen Möblierung des Palais zu unterbreiten Aehrenthal schlug vor, allenfalls die Anschaffungskosten auf die Jahre 1903 und 1904 zu verteilen42. HHStA Wien, AR, Fach 6/29, Palais St. Petersburg-4/24, ZI. 56.378/2 aus 1899, Bericht (Aehrenthal) Nr. LXXXVII aus St. Petersburg vom 30. September 1899. HHStA Wien, AR, Fach 6/30, Palais St. Petersburg-6/4, ZI. 32.512/3 aus 1900, Bericht (Aehrenthal) Nr. L-C aus St. Petersburg vom 31. Mai 1900, Beilage.. 40 HHStA Wien, AR, Fach 6/29, Palais St. Petersburg-5/3, ZI. 56345/3 aus 1898, Bericht (Széchenyi) Nr. CI-Q-R aus St. Petersburg vom 1. November 1898. 41 1 Krone von 1902 entsprach im Jahresdurchschnitt im September 1994 öS 63,58; der Betrag entspricht somit öS 3,179.000,- (Österreichisches Statistisches Zentralamt). 42 HHStA Wien, AR, Fach 6/29, Palais St. Petersburg 2/1, ad ZI. 7236/2 aus 1903, Privatschreiben Aehrenthal an Goluchowski aus St. Petersburg vom 13. September/31. August 1902. 10