Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 43. (1993) - Festschrift für Rudolf Neck zum 65. Geburtstag

STEINER, Hubert: Die USIA-Betriebe: Ihre Gründung, Organisation und Rückgabe in die österreichische Hoheitsverwaltung

HUBERT STEINER DIE USIA-BETRIEBE. IHBE GRÜNDUNG, ORGANISATION UND RÜCKGABE IN DIE ÖSTERREICHISCHE HOHEITS- VERWALTUNG 1. Die Gründung der USIA Der Befehl Nr. 17 vom 27. Juni 1946, der vom Oberbefehlshaber der sowjetischen Besatzungsarmee in Österreich, Generaloberst KU- RASSOW unterzeichnet wurde, war das einschneidendste Ereignis in das Wirtschaftsleben des vom zweiten Weltkrieg schwer gezeichneten Ostens Österreichs, denn er verfügte die Übergabe des reichsdeutschen Vermögens an die Sowjetunion. Mit dem zitierten Befehl wurde nun offiziell, was die Sowjets schon als beschlossene Sache betrachteten. Im Hotel IMPERIAL zu Wien wurde durch Oberst BORRISOW und Herrn KOGAN, der die Verwaltung des sowjetischen Vermögens im Ausland vertrat, die USIA gegründet. Ursprünglich mit dem Namen USIWA (t/prawlenje Sowjetskim /mu- schestwom JUostotschnoj Awstrij = Verwaltung des sowjetischen Ver­mögens im östlichen Österreich) bedacht, änderte sich im November 1947 der Name der Organisation in USIA (t/prawlenje Sowjetskim /mu- schestwom w Awstrij). Die Übersetzung hiezu lautet: Verwaltung des sowjetischen Vermögens in Österreich. Mit zu deren Gründung beigetragen hatte in sehr hohem Maße die Kom­munistische Partei Österreichs. Ob sie jedoch bei der Abfassung des le­gendären Befehls Nr. 17 den maßgeblichen Steilen mit Rat und Tat zur Seite stand, ist bis heute nicht als restlos geklärt anzusehen. Mit dem Befehl Nr. 17 und einer am 16. Juli 1946 an Bundeskanzler FIGL gerichteten Note nahm die USIA im Osten Österreichs offiziell ihre Tä­tigkeit auf. 2. Die Organisation der USIA Seit deren Gründung hatte die USIA-Zentrale ihren Sitz im vierten Wie­ner Gemeindebezirk in der Starhemberggasse 4. Sie übersiedelte jedoch im November 1947 gemeinsam mit der Sowjetischen Militärbank in den interalliierten Sektor Wiens in den Trattnerhof Nr. 1. An der Spitze stand ein sowjetischer Generaldirektor mit drei Stellver­tretern, welche sich um personelle, politische und kommerzielle Ange­legenheiten kümmern mußten. Daneben gab es noch einen Führungs­stab, sowie die einzelnen Branchenverwaltungen mit ihren Direktoren. 206

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