Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 42. (1992)

BURKERT, Günther R.: Die Reise österreichischer Gesandter an den Hof Karls V. im Jahre 1519. Die bisherige Forschung und der Bericht Trojan von Auerspergs

Günther R. Burkert Sigmundt, wer do redte, das die von Steyer') anders dan erwerlich und inhalt der verferttigung gehandlt hettn, der redte kein warheit und mit der zeit mochte ainem ain andre anthburt darüber werden. Dartzue sprach herr Michl, er wolle sein geselln an die seittn trettn, ess wer wider die verferttigung. Ainer sagt nayn, der ander ja ettlich mall. Also schiden wir von einander. Das geschach am zehendten tag July umb vesperzeit vor unser aller in der Österreicher herberg, darnach kamen die Enser in unser herberg und hiendln mit uns und den Kernern pit- tund die sachn helffn verrichtn. Nachmals worden die Steyrer auch zu uns beruefft und im beschluss ertzellet herr Hans von Stornberg von unsern wegen: am erstn bloslich und gentzlich pey den worttn der instruction zu beleibn. Do sprach herr Jorg22): bey der instruction, die ain yeder hat; zum andern, das herrn Micheln zuegesprochn wer, das er die copey der Werbung furleget, damit mans ubersehe; nachdem aber zu be- sorgn ist, das die Werbung in latéin zu beschehn begert mocht wer­den, das man zben [= zwei] darüber gestellt het, dieselb zu fassen; das man auch den doctor, der von allen Stenden geschikt ist, nicht ringer dan ain andern acht und die libell stendt zu disputiern verpot- ten. Dargegn ward der von Steyer anthbort, wir welln unser phlicht nach unser gegebn instruction gelebn, die der gemain in nichte widerwerttig ist; das ess theutsch und durch ain hohem dan ain purger geworben werdn soll, ist nyndert verpotten und ist allen landen zu eer furgeno- men und die land habn auch ire credentz und instruction theutsch stellen lassen. Ist woll zu bedenkn, dieweil die Werbung demselbn gleichförmig sein soll, ess seye der dreyer land maynung gewest, der­massen zu beschehn, versehen sich Kernden und Krain werd nit dawi­der handln. Und sover uns herr Michel zu versten gibt, das er di Wer­bung thuen will und uns die copey derselbn zustellen, wellen wir die ubersehen und der notturfft nach corrigiern und inen die wider zuestel- len, damit er die also thuen muge. Also ward durch uns dreu land beschlossen, die Werbung theutsch zu thuen, wo die herr Michl nit thuen wolte, ain andern dartzue verordnen. In dem zohen die Österreicher wegkh; der rector von der hohen schuell mit ettlichn Theutschn und Spaniern kamen zu uns in grossem anse­i) Hand 2: müssverstandt zwischen Steyer, Kärnndten, Crain, dan des erzherzog- thumbs Österreich gesandten. 22) Georg Schnitzenpaumer, Gesandter von Krain (Ritterstandsmitglied); Haupt­mann von Pettau/Ptuj, 1514 Gesandter Kaiser Maximilians I. nach Moskau. 50

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