Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 42. (1992)

BURKERT, Günther R.: Die Reise österreichischer Gesandter an den Hof Karls V. im Jahre 1519. Die bisherige Forschung und der Bericht Trojan von Auerspergs

Edition dochdem die landt irem furstn auch ime selbst zu eren ir potschafften also miteinander zu tzihen verordent und beschlossen hettn, das wir altzeit beyeinander, wo eß muglich wer, ligen und herbergen sollen, auch ain gemain furier dartzue verordent. Ein copey von den von Tiroll, die habn wir beratschlagt und namen also unsern weg. Alssc) wir zu gross Therviss9) kamen, da warden wir erlich von der stat auch innamen ires gubernator10) entphangn mit grossem erputten. Do kam uns der von der Ens pot und zaiget uns ir nachvolgn an. Da wardt beratschlagt ir III oder IIII tag aufs lengist zu Venedig zu erwartten. Es kam auch den von Steyer ain königlicher brieff, darin sy vermant sein, anhainb zu beleibn. Ist durch uns all beratschlagt, unser weg laut unser abferttigung furtter zu nemen. Des morgens zugn die Österreicher, Kerner und wir auf wagnen biß gen Maisters11). Aber die von Steyer hettn kein wagn und sich ethwas ver- saumbten, das wir zu Maisters, ee dan sy dar körnen, wegfuern. Und so wir gen Venedig in sand Jorgn herberg12) kamen, ward unsd) gesagt, wie das die herschafft ettlich gegn uns geschikt hat, uns zu entphahn und in die herberg zu belaittn: sy hettn aber unser verfallt. Aber in die herberg do kamen ob XII erlich personen, die uns mit ainer zirlicher [!] oration emphangen, darin sy uns innamen der theutschn als ain Ur­sprung ires aufnemens nenten mit antzaign der altn freundtschafft, die sy auch altzeit behalten und verneun wolten. Sy erkenten auch kein fürsten, den sy so gross vor augn hettn als unsern landesfursten. Wir solln auch nit anders bey inen als in unserm heimat sein. Furtten uns zu zwayen schonen lustigen wolgetzierten heusern, die sy unns für her­berg hettn verordent. Nachmals warden wir gefragt, ob wir die her­schafft sehen woltn, und wir merktn, das sy solichs gern hettn. Da sag­ten wir ja und kamen für den hertzogn13) und den senat erlich be- klá[i]dt. Der liess sich auffhebn, pot allen die hendt, setzt im halbe an die ain seittn und halb an die ander. Do yederman schwig, so sagtn wir in, in welichen vertraun wir den weg durch sein und ir landt hettn genumen, darin uns vili er und guets willens ertzaigt wer worden, mit pit uns furtter den pass zu gebn. Das woltn wir unsern herrn und lan­desfursten, auch unsern herrn und freundten, davon wir geschikt wern, c) Hand 2: ankhunfft auf Tärfiß. 9) Treviso. 10) Francesco Mocenigo. 11) Mestre. 12) Bei Sanuto wird das Quartier als „la Zuecha“ bezeichnet; Herberstein nennt es „Sant Georgen ala Judea“. d) Hand 2: gesandte empfangn grosse ehr zu Venedig. 13) Leonardo Loredän (1438-1521), Doge von Venedig. 47

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