Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 41. (1990)
AGSTNER, Rudolf: Das Hôtel Matignon als k. u. k. Botschaft in Paris 1889–1914
RUDOLF AGSTNER DAS HÓTEL MATIGNON ALS K.U.K. BOTSCHAFT IN PARIS 1889-1914 Vorbemerkung - I. Einleitung - II. Das Hotel Matignon und die Familie Galliera - III. Der Erwerb des Hőtel Matignon durch Österreich-Ungarn - IV. Die k. u. k. Botschafter im Hőtel Matignon - V. Der Alltag der k. u. k. Botschaft und Renovierungen des Hőtel Matignon - VI. Das Botschaftspalais im Ersten Weltkrieg - VII. Interesse verschiedener Mächte am ehemaligen k. u. k. Botschaftspalais - VIII. Auseinandersetzung Österreich - Frankreich um das Hőtel Matignon - IX. Der Verkauf des Hőtel Matignon Vorbemerkung Der folgende Artikel zum 100. Jahrestag des Erwerbs des Hőtel Matignon durch Österreich-Ungarn bildet den Beginn einer Reihe von Beiträgen, welche die Geschichte verschiedener k.u.k. Missionsgebäude behandeln und in weiterer Folge erscheinen sollen. I. Die österreichische bzw. österreichisch-ungarische Botschaft in Paris1) war stets in den schönsten Palais der französischen Hauptstadt untergebracht; sie standen im Gegensatz zu den Botschaftspalais anderer europäischer Großmächte wie Großbritannien2), Preußen bzw. Deutsches Reich3) und Rußland4) jedoch nicht im Staatseigentum, sondern waren vom jeweiligen Botschafter gemietet worden, was oft erhebliche Nach1) Robert de Courcel L’Ambassade d’Autriche ä Paris in Bulletin de la Societé d’Hi- stoire et d’Archéologie des File et XVe Arrondissements de Paris 38 (1939) 228-308. 2) Hotel de Charost, 39, rue du Faubourg Saint Honoré, Paris VIHe, erbaut 1722, gekauft 1814 duch den britischen Botschafter, den Herzog von Wellington; heute Residenz des britischen Botschafters; Beiles Demeures de Paris, (Paris 1977) 208-215. 3) Hötel Beauharnais, 78, rue de Lille, Paris Vile; erbaut 1713, gemietet durch Preußen 1814, gekauft 1817 von Friedrich-Wilhelm III. für die preußische Gesandtschaft; heute Residenz des Botschafters der Bundesrepublik Deutschland; Beiles Demeures 136- 143. 4) Grand Hőtel d’Estrées, 79, rue de Grenelle, Paris VHe; erbaut 1711-1713, von der russischen Regierung gekauft 1864; heute Residenz des sowjetischen Botschafters; La rue de Grenelle, Exposition organisée par la délégation á Faction artistique et la Societé d'Histoire et d’Archéologie du Vile arrondissement (Paris 1980) 32ff. 215