Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 39. (1986)
THOMAS, Christiane: Cillier Urkunden. Archivbehelf zu den durch das österreichisch-jugoslawische Archivabkommen betroffenen Beständen der allgemeinen Urkundenreihe
Cillier Urkunden (4. Teil) 293 172 1355 Mai 31 Graf Otto von Ortenburg setzt seinen Schwager Graf Friedrich von Cilli und Friczlein den Aynnolt als Bürgen gegenüber den Juden Mosche, Chadgim (von Cilli?) und Izzerlein (von Marburg?) für eine Summe von 120 Mark Agleier Pfennige, die 1355 Dezember 25 fällig ist. Siegler: Graf Otto von Ortenburg. Or., Perg., Sig. besch. (Graf Otto von Ortenburg), RV, AV. 173 1355 Oktober 18, Pettau Erzbichof Ortolf von Salzburg verkündet den Schiedsspruch, den seine und die Bevollmächtigten der Gegenpartei, des Grafen Friedrich von Cilli, hinsichtlich der Grenzziehung zwischen der salzburgischen Herrschaft Rann und der (Gurker) Herrschaft Hörberg getroffen haben. Die Salzburger Vertreter Hertneid von Weissenegg, Hertneid von Kuchl, Vizedom Hans von Leibnitz und der Schreiber Hans, Pfarrer von Radstadt, und die cillischen Vertreter Rudolf von Sannegg, Diepold von Katzenstein, Friedrich der Puczz und Wemher der Obrer einigen sich, daß die aigenschaft an folgenden pygmerchken, dorfsteten und stadrechten salzburgisch ist: an dem Eysenperg daz geschaid hinumb uncz auf den aufgeschütten perch, von dem aufgeschütten perg daz geschaid hinumb, als es gemerchket ist, uncz an die hohe ob dem Trenabicz (Drenowetz), von der selben hohe für den prunne den pach nach der Trenabicz in daz tal niderthalb der mül, die des grafen ist, die da leit under dem Schapelperch (Sapolja), nyderthalb der mül, als es gemerchet ist, daz geschaid auf uncz auf den Schapelperch auf die hohe von dem Schapelperch, von der höhe, als es gemerchket ist, daz geschaid hin uncz auf die heiligen stat, da man ein chirchen gepawen wolt haben, von der selben stat daz geschaid hin, als es vermerchket ist, uncz an die locher, daz da haizzet die Laffaricz, von den löchern geleich ze tal uncz in den pach, daz da haizzet die Viezznicz, die Viezznicz auf uncz gen den Grunn Prunn (Schilesnu), von der selben stat die Viezznicz auf uncz auf daz Lesskabicz (Leskowetz) gemerchke, von dem selben gemerchk hin wider an den Eysenperch; und in den vorgenannten pigmerchken sind gelegen die dörfstete ze der Stauden, ze ober Petschicz (Petschitz), ze nider Petschicz, ze ober Ruzzen, ze nider Ruzzen, ze dem Chreucz (Kreuzen), ze dem Chestanichk (Kosteinek), ze dem Lezzkabicz, und da selbs sind zwo mülstet daz Gerharcztal (Jericdol), die dorfstat ze Ygaucz und daz stadrecht von dem pächel, da Reichenburger pigmerch ausgent uncz an den stayn pei Sand Ruprecht. All das wird vom Erzbischof dem Grafen als Lehen übertragen inklusive gantzes gericht. Die Blutgerichtsbarkeitsfälle in diesem Bereich dürfen nur dort abgeurteilt werden. Siegler: Erzbischof Ortolf von Salzburg. Or., Perg., RV, AV.