Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 38. (1985)
GÖBL, Michael: Die Pläne des Architekten Heinrich von Ferstel im Allgemeinen Verwaltungsarchiv
414 Michael Gobi gleichen Abstand voneinander. Nach der achten Fensterachse von links gesehen ein durch einen Doppelpilaster angedeuteter Fassadenknick, an den sich nach weiteren acht - zeichnerisch nicht vollständig ausgestalteten - Fensterachsen ein zwischen zwei Pilastern gestellter Mittelrisalit mit dem Hauptportal anschließt. Er zeigt achsial übereinandergestellt im Erdgeschoß ein Rundbogenportal, in den beiden Obergeschossen je drei zu einer Einheit zusammengefaßte Rundbogenfenster, rechts und links begleitet von einem einzelnen Fenster, sowie Brüstungsgitter am Balkon des ersten bzw. Blendgitter im zweiten Stock. Das Erdgeschoß mit Rustikafassade und Fensterverdachungen. Das Gebäude wird rechts durch einen auf einer Kaimauer stehenden Pilaster begrenzt. Bleistift und Feder in Schwarz, zeichnerisch nicht vollständig ausgeführt, Pauspapier, 40 x 95 cm. Blatt 2: Palast wie Blatt 1, jedoch andere Gestaltung der Fassade: Zwischen den Rundbogenfenstem achsial übereinandergestellte Pilaster. Feder in Schwarz, zeichnerisch nicht vollständig ausgeführt, Pauspapier 56 x 73 cm. Blatt 3: Variante der Außenfassade in der Herrengasse. Unterschiede zur Ausführung: Einschub eines Mezzaningeschosses, die Fenster des ersten und zweiten Stok- kes einzeln achsial übereinandergestellt, keine Zusammenfassung zu Dreiergruppen, einfache Rundbogenportale. Nur der zur Herrengasse schräggestellte Eckspiegel weist die zur Ausführung gelangte Gliederung auf. Feder in Schwarz, Zeichenpapier, 40 x 61 cm. Alle drei Blätter sind nicht signiert, dürften aber doch von Ferstel selbst stammen. Jene Gebäudepartien, die er beim Bank- und Börsengebäude verwenden wollte, sind zeichnerisch besonders detailliert ausgeführt. Blatt 4-7, Grundrißvarianten, Kleinformat Blatt 4: Grundriß des Erdgeschosses. Unterschied zur Ausführung: Das an der Ecke Strauchgasse/Herrengasse befindliche Kaffeehaus besitzt hier einen oktogo- nalen Grundriß. Bleistift und Feder in Schwarz, Pauspapier auf Karton kaschiert, 34 x 51 cm. Blatt 5: Grundriß des 1. Stockes. Der Börsensaal an der zur Herrengasse gelegenen Stirnseite mit Dreieckabschluß, wie er auch zur Ausführung gelangte. Feder in Rot, koloriert, Pauspapier auf Karton kaschiert, 34 x 47 cm. Blatt 6: Grundriß des Mezzaningeschosses. Grundriß des Kaffeehauses in verschiedenen Varianten eingezeichnet: Als Sexagon mit halbkreisförmigem Abschluß zur Herrengasse hin, als Oktogon mit kleinem halbkreisförmigem Vorsatz. Der zur Freyung orientierte Durchgang („Bazar“) weist in der Mitte eine hofartige Erweiterung in Form eines Quadrats mit abgeschrägten Ecken auf. Bleistift, koloriert, Pauspapier auf Karton kaschiert, 38 x 55 cm. Blatt 7: Grundriß des 1. Stockes. Die in Blatt 6 festgestellte hofartige Erweiterung des „Bazars“ ist auch hier eingezeichnet. Der Börsensaal zeigt einen halbkreisförmigen Abschluß zur Herrengasse. Bleistift, koloriert, Zeichenpapier, 32 x 45 cm. Blatt 8-9, Grundrißvarianten, Großformat Blatt 8: Grundriß des 2. Stockes. Unterschiedlich zur Ausführung ist der als Fünfeck gestaltete Hof, der das Gelenk zwischen „Bazar“, Durchgang zur Strauchgasse und Eingangshalle von der Herrengasse bildet. Verwendungsbezeichnungen der einzelnen Räume. Feder in Rot und Schwarz, koloriert, Pauspapier auf Karton, 59 x 88 cm, signiert und datiert rechts unten: „H. Ferstel, 29. 11. 1855“.