Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 38. (1985)

SCHMIDL, Erwin A.: Zur Geschichte der k. (u.) k. Konsularvertretungen im südlichen Afrika bis zum Ersten Weltkrieg

K. u. k. Konsularvertretungen im südlichen Afrika 273 Nach Hirschs Abreise nach Shanghai im Februar 1902 leitete der 1901 zum Vizekonsul beförderte Ramberg über eineinhalb Jahre lang bis zur Ankunft Konsul Lieders Ende 1903 das Generalkonsulat in Kapstadt. Danach übernahm Ramberg die Leitung der Konsularexpositur in Pretoria, die er bald nach Johannesburg verlegte. Das k. u. k. Konsularamt in dieser Stadt leitete er erfolgreich bis 1913. Seine über fünfzehnjährige Amtszeit war die längste eines effektiven k. u. k. Konsuls im südlichen Afrika überhaupt und von bestem Einvernehmen mit den britischen Behörden gekennzeichnet. Am 31. Jänner 1914 übernahm Ramberg seine neue Wirkungsstätte, das k. u. k. Generalkonsulat in München, das er während des ganzen Ersten Weltkrieges „mustergültig“ leitete und dabei „ein ausgesprochenes Organisationstalent“ an den Tag legte. Mit Allerhöchster Entschließung vom 20. Juli 1918 wurde ihm der Titel eines Generalkonsuls II. Klasse verliehen. Generalkonsul Egon Frei­herr von Ramberg wurde mit 31. März 1919 pensioniert. Admin. Reg. F 4/279 Personalia Ramberg; South African Who’s Who (Durban 1908) 329; Jahrbuch 21. Jg. (1917) 394. Carl Rémy-Berzencovich von Szillas wurde am 3. März 1875 geboren. Seine Laufbahn im Auswärtigen Dienst begann er 1901 als Vizekonzipist bei der königlich-ungarischen Seebehörde in Fiume, bevor er mit 19. April 1902 dem Generalkonsulat in Marseille zur Probedienst­leistung zugeteilt wurde. Mit 9. April 1903 wurde Rémy an das Generalkonsulat in Kapstadt versetzt. Er blieb bis 1911 in Südafrika und wurde 1903 zum Kon- sularattaché, 1906 zum Vizekonsul befördert. Zweimal, vom 30. November 1904 bis zum 1. August 1905 und erneut vom 10. Oktober 1908 bis zum 28. Mai 1909, leitete Rémy interimistisch das Konsulat in Johannesburg. Mit 26. Mai 1911 wurde er zum Leiter des Konsulats in Säo Paulo bestellt, wo er auch im Dezem­ber 1911 zum Konsul befördert wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Rémy in den diplomatischen Dienst Ungarns übernommen, wo er 1920—1921 in der Rechtsabteilung des Außenministeriums tätig war. Als Generalkonsul 2. Klasse wurde er 1922 nach Rio de Janeiro versetzt, jedoch schon im folgenden Jahr im Rahmen einer Personalreduzierung, die zur Sanierung der Staatsfinanzen nötig war, aus dem Staatsdienst entlassen. Jahrbuch 21. Jg. (1917) 306 f. — Für Ermittlung der aus dem Archiv des ungari­schen Außenministeriums stammenden Daten danke ich dem ungarischen Ar­chivdelegierten beim Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Dr. Imre Ress. Mitteilungen, Band 38 18

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