Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 38. (1985)

SCHMIDL, Erwin A.: Zur Geschichte der k. (u.) k. Konsularvertretungen im südlichen Afrika bis zum Ersten Weltkrieg

K. u. k. Konsularvertretungen im südlichen Afrika 269 generalkonsulat in Johannesburg und ein Honorarkonsulat in Durban ver­treten. Im Gegensatz dazu unterhält die Volksrepublik Ungarn keine offi­ziellen diplomatischen Beziehungen mit der Regierung in Pretoria. ANHANG Biographische Angaben zu den k. u. k. Konsularfunktionären im südli­chen Afrika Dr. Ernst Daum Geboren am 20. Jänner 1886 in Wien, war Damns Lebenslauf der eines gutbür­gerlichen jungen Juristen seiner Zeit: Matura und Jus-Studium in Wien, Rechts­praktikant am Landesgericht Wien, daneben Einjahrig-Freiwilliger mit Ernen­nung zum Leutnant der Reserve 1911. Seine Laufbahn im Konsulardienst be­gann Dr. Daum 1911 als Konzeptsaspirant in Alexandria, wurde aber bald an das Generalkonsulat in Genua versetzt. Nach Ablegung der Konsularattaché- prüfung am 31. Mai 1912 wurde er zum Konsularattaché der IX. Rangsklasse (entsprechend einem Hauptmann im militärischen Schema bzw. einem Kommis­sär der IV. Dienstklasse in der heutigen Einteilung) ernannt; am 3. September 1912 trat Dr. Daum seinen Dienst am k. u. k. Generalkonsulat in Kapstadt an. Noch im September wurde er, zunächst als interimistischer Gerent, nach Jo­hannesburg geschickt, wo er das Konsulat bis zum Kriegsausbruch, seit 4. Jän­ner 1914 als Vizekonsul (Major bzw. Oberkommissär), leitete. Im Ersten Welt­krieg leistete Dr. Daum zunächst bis April 1916 Kriegsdienst und war dann in verschiedenen Konsulaten auf dem Balkan, so in Sofia, Rustschuk und Philip­popel, tätig. 1920 wurde Dr. Ernst Daum zunächst beurlaubt und dann in den Ruhestand versetzt; ein Ansuchen um Wiederverwendung als Konsul wurde 1930 abgelehnt. 1938 kehrte Dr. Daum, der mit einer Südafrikanerin ver­heiratet war, nach Südafrika zurück und war auch für kurze Zeit Präsident des österreichischen Clubs in Johannesburg. Neue Admin. Reg. 12 Personalia Daum 8/16; Jahrbuch des k.u.k. Auswärtigen Dienstes 21. Jg. (Wien 1917) 250. — Für ergänzende Angaben bin ich Herrn Stefan Grohs, Johannesburg, zu Dank verpflichtet. Emil Edler von Hirsch wurde am 30. September 1862 zu Josefstadt in Böhmen als Sohn eines Offiziers geboren. Nach der Matura wurde er 1881 als Einjährig-Freiwilliger zum Feld­jägerbataillon 11 assentiert und am 1. November 1884 zum Reserveleutnant ernannt. Der junge Mann wurde als „stiller, ehrenwerter Charakter gutmütig ruhigen Temperaments ...“ geschildert, war groß, schlank, kräftig und kurz­sichtig und beheiTschte die deutsche Sprache „in Wort und Schrift vollkommen mit sehr gutem Styl“ und sprach auch englisch, französisch und italienisch. Nach dem Militärjahr besuchte Emil von Hirsch die k. k. Orientalische Aka­demie zu Wien, die er mit sehr gutem Erfolge absolvierte, und wurde dann als „Consular-Eleve“ in den Konsulardienst des Ministeriums des Äußeren über­nommen. 1886 wurde er der k. u. k. Vertretung in Shanghai zugeteilt und be­kleidete, 1889 zum Vizekonsul ernannt, in der Folge verschiedene Posten an den österreichisch-ungarischen Vertretungen in Tokyo, Beirut, Warschau, Alexandria und Bombay. 1896 wurde Hirsch zum Konsul befördert, 1899 übernahm er die Leitung des neu geschaffenen Generalkonsulates in Kapstadt. Dort blieb er auch fast während des ganzen Krieges, für seine Verdienste um die Leitung des Amtes

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