Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 35. (1982)

SAPPER, Christian: Die Zahlamtsbücher im Hofkammerarchiv (1542–1825)

428 Christian Sapper Am 22. November 1756 wird die Kompetenz des Universal-KZA erweitert. Es soll nun auch die Gelder der Kontribution, der Geistlichen Quinquennal-Collecten und der An- ticipationen verwalten und darüber drei Bücher führen17). Im HKA befinden sich die genannten Bücher aber nicht. 1763 werden mit der Errichtung der Generalkasse ganz neue Wege im Kassensystem beschritten. Die drei Hauptabteilungen des UniversalKZA werden aufgelöst. Der Ge­neralkasse werden unterstellt: UniversalKZA, MilitärZA, Münz- und Bergwesenskassa, Invaliden-, Militärschulden-, Militärpensions-, Taxamts- und Commercialkassen. Un­abhängig bleiben: KammerZA, Hauptschulden-Kassadirektion, Wr. Stadtbanco-Kassa, Kredit-Deputation, Wr. Oberkammeramt, Depositenamt, Domestikalkassen. Der Be­stand der Kameralzahlamtsbücher im HKA geht, von einigen Unterkassen abgesehen, nicht über das Jahr 1763, in dem die Generalkasse errichtet wurde, hinaus. 5.2.1. Hof- und Dicasterienkasse. Rechnungsbücher 1749-1762 46 Bücher, in denen der Hofkammerrat Franz von Saffran als Chef der Hof- und Di­casterienkasse Rechnung legt. Von 1749-1754 sollte die Besoldung nicht „individuali- ter“ sondern „stabsweise“ erfolgen18), sodaß wir in diesen Jahren nur selten die Na­men von Gehaltsempfängern erfahren, sondern nur, wieviel für jeden Stab und für je­des Amt aufgewendet wurde. Das Deputat wurde dann vom jeweüigen Amtszahlmei­ster ausbezahlt. Zur Errechnung des Deputats entwarf die Liquidationsbuchhalterei für jedes Amt und jeden Stab den Personal- und Besoldungsstatus (abzüglich der Ta­xen und Arrhen). Ausgenommen von dieser Regelung waren die Zahlungen für Pensio­nen, Stiftungen, eo. Auslagen und HK -, hier erfolgt die Besoldung weiterhin „indivi- dualiter“ 19). 1749-1752 bestand unter dieser Kasse eine Unterkasse, das neue „Hofzahlamt“ (siehe S. 429), dessen Leiter die Besoldung der eigentlichen Hofstäbe übernahm. Von 1752-1761 besoldet diese Kasse, kurz „Hofkasse“ genannt, wieder Hofstäbe und Di- casterien, doch unterstehen ihr nur folgende Dicasterien: ReichsHR, Oberstmarschall­stab, siebenbürgische Hofkanzlei. Die Besoldung der anderen Ämter wie Staatskanzlei, HKR, Directorium, Post, Justiz etc. erfolgte durch das Directorialtaxamt. 1762—1763 bestreitet diese Kasse wieder die Besoldung aller Dicasterien und zwar zumeist indivi- dualiter. Die Bücher sind dementsprechend umfangreich. Das erste Buch dieser Reihe, das laut Marginalien im KZAB Nr. 37 den Zeitraum vom 1. November 1748 - 31. Jänner 1749 behandelt hat, hat sich nicht erhalten. Der Budgetrahmen dieser Kasse entspricht zunächst dem Voranschlag von 1,7 Mülionen fl., dann aber steigen die Ausgaben kontinuierlich an, wobei der Mehrbedarf durch eine „Anticipationskassa“ gedeckt wird. 1762 wird die Dotation der Kasse erhöht: zu den ungarischen Kameralgefällen kommen die Einnahmen der Bergwerkshauptkassa, der Post, aus Taxen, Arrhen etc. Einen immer größeren Anteü am Budget machen die Schuldenrückzahlungen an die „Anticipationskassa“ aus. Der Budgetrahmen steigt von ca. 1,8 Millionen (1749) auf ca. 5,5 Mülionen (1763). Allgemeiner Aufbau: bis 1759 ein Buch pro Quartal, danach ein Buch pro Jahr. Ein­nahme- und Ausgaberubriken, Personenindex, Einnahmen, Ausgaben, Abschlußrech­nung. Auf stellungsnummem: Jahr 1749 (Februar-Oktober) KZAB Nr. 37-39 Müitärjahr 1750 (November 1749 - Oktober 1750) 40—43 1751 (November 1750 —Oktober 1751) 44—47 1752 (November 1751 — Oktober 1752) 48-51 17) HKA Hs. 702 fol. 142ff. 18) HKA ÖGB Nr. 277 fol. 167 ff und Hs. 702 fol. 83ff. 19) HKA ÖGB Nr. 277 fol. 167ff.

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