Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 35. (1982)
SAPPER, Christian: Die Zahlamtsbücher im Hofkammerarchiv (1542–1825)
426 Christian Sapper Wr. Neustadt; Antizipationen; Amtskautionen; Kupfergefälle des Banats, der Zips und von Schmölnitz; Reichsstädtische Urbarsteuer; Münzprofit; ungar. Getreidezehent; Goldeinlösung. Zusammen rund 4,3 Millionen fl. Ausgaben (fol. 597): Geheime Kammer und Geheimausgaben; Kaiserinwitwe Wilhelmine Amalia; OKäA, OMeA, OMaA; ReichsHR, HKR, HK, nö. Regierung und Landmarschallstab, österr. HKz., siebenbürg. HKz.; Jägerei und Falknerei; Musik; Leibgarden; Hofstaat der Kaiserin und der Erzherzoge; hinterlassene Bediente der Kaiserin Eleonora und der Erzherzogin Maria Magdalena; Kostgelder, Adjuta, Beihilfen, Pensionen, Provisionen, Stipendia, Intertenimenta; Küchenamt, Kelleramt, Futteramt, Bauamt; reservierte Hofkasse; Wr. Münzamt; MilitärZA; fundus perpetuus; Schiffsamt; Einnehmerämter in Wien und Neusohl; Salzämter; Kammerfourier, Zimmerwärter, Tapezierer; Geistliche Stiftungen und Deputate; Kapitalien, Antizipationen, Kautionen, Obligationen, Zinsen; Gesandtschaften, Reise- und Liefergelder; Warenlieferungen; Comedi- und Opemspesen; Gnaden, Recompense, Hochzeitspresente; Lustgebäu; Haus- und Zimmerzinse; Besoldungen, Almosen, Eo. Zusammen rund 4,3 Millionen fl. Schlußabrechnung (fol. 359). Inhaltsangabe des KZAB Nr. 36a - Rechnungsbuch 1748 Novemberi - 1749 Februar 28. Das letzte Buch des ungeteilten KZA, Ausgaben und Einnahmen sind schon stark eingeschränkt: 560.000 fl. Einnahmen, 470.000 fl. Ausgaben. Im Prinzip wie die anderen KZABB. 5.2. Die Unterkassen des UniversalKZA und die Reform des Kassenwesens von 1748/49 Nachdem schon im September 1748 die Umorganisation des Kassenwesens eingeleitet worden war, verfügte Maria Theresia am 14. Januar 1749, daß für das „Aulicum et Civile“ drei Kassen getrennt verwaltet werden sollten. Jede Kasse war für fest umrissene Ausgabenbereiche zuständig und erhielt dazu genau festgesetzte Einnahmen zugesprochen. Etwaige Überschüsse sollten in das Geheime Kammerzahlamt abgeführt werden 12). Es entstanden Kassen für: 1. Bot- und Gesandtschaften. Mit den Kameraleinnahmen von Tirol und Vorderösterreich (ca. 517.000 fl. jährlich) sollten die Botschaften, Kuriere etc. bezahlt werden. 2. Hofstäbe und Dicasterien. Mit den Salz- und Kameralgefällen aus Ungarn, Siebenbürgen und Banat (jährlich 1,763.000 fl.) sollten bezahlt werden: a) Küchenamt und Hofstäbe: OMeA, OKäA, OStA, OSiKäA, OKüA, Jägerei, Falknerei, Musik, Garden, junge Herrschaft, Prinzessin Charlotte, Ehg Joseph. Dafür war eine Million fl. veranschlagt. b) Größere Dicasteria: HR, HK, HKR, nö. Regierung und Landrecht, siebenbürgische HKz., OMaA, Justiz. c) Kleinere Dicasteria13). d) Hinterlassene Amalische Bediente, Herzogin von Braunschweig, Pensionen, Gnaden, Geistliche Deputate, Stiftungen, Gratial- und Armenliste. 3. Extraordinari Ausgaben. Mit den Postgefällen und verschiedenen Taxen (100.000 fl. jährlich) sollten die Kosten für Livreen und andere eo. Ausgaben bestritten werden. ,2) HKA ÖGB Nr. 277 fol. 148ff. n) Die Bezeichnung „größere“ und „kleinere Dicasteria“ bezog sich auf die Höhe der Besoldung, d. h. Besoldung für die höheren Beamten (Präsident, Rat, Sekretär) und die niederen Beamten (Kanzlist etc.). Das Amt ist in beiden Fällen dasselbe.