Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 35. (1982)
SAPPER, Christian: Die Zahlamtsbücher im Hofkammerarchiv (1542–1825)
420 Christian Sapper Empfang und Ausgabe für das 2. Quartal 1702 (S. 11), für das 3. Quartal (S. 21), für das 4. Quartal 1702 (S. 33) und für das 1. Quartal 1703 (S. 37) wie oben. 4.2.2. HZA der Kaiserinwitwe Eleonore 1713—1720 5 Bücher in denen ihr Rat, Hof- und Kammerzahlmeister Johann August Bottiglia über die Gebarung ihres Hofstaates Rechnung legt. Im Jahr 1713 wurde der Kaiserin- witwe ein Deputat von 250.000 fl. zugestanden. Das HZA trägt verschiedenen Ämtern (Rentamt Böhmen etc.) auf, diese Summe flüssig zu machen, damit es dann von der Kaiserinwitwe beim Stadtbanco behoben werden kann. Später wird das Deputat auf 300.000 fl. erhöht, die zuweisende Stelle ist nach 1714 das KZA. Mit diesem Betrag muß Eleonore den Hofstaat für sich und ihre beiden Töchter begleichen. Da das Deputat dafür nicht ausreicht, schießt sie eigene Mittel (Zinsen von Kapitalien beim Stadtbanco etc.) zu. Allgemeiner Aufbau: Empfang, dann Ausgaben, die innerhalb bestimmter Rubriken chronologisch gereiht sind; kein Index. Aufstellungsnummern (in Klammern die alten Nummern der NB): Jahr 1713 (Februar-Dezember) HZ AB Nr. 266 (1839) Inhaltsangabe des HZAB Nr. 266 - HZA der Kaiserinwitwe 1713 Februar-Dezember Empfang: vom Wr. Stadtbanco, Banco del Giro und HZA (S. 1) Zusammen 276000 fl. Ausgaben: Besoldungen, Kostgelder und Adjuta für ihr OMeA mit Ehrendamen, Personal, Ärzten, Beichtvater, Kaplänen, Leibgarde, Trompeter, Köchen, Lakaien, Kutschern, Reitknechten etc. (S. 35); Hofstaat der Erzherzoginnen, wie bei der Mutter, aber viel bescheidener (S. 131); Privatschatulle der Kaiserinwitwe und ihrer Töchter (S. 148); Ausgaben auf „absonderlich allergnädigste Disposition“ (S. 154); Küche, Keller, Lichtkammer, Livreen und Stall (S. 158); Almosen und Messen; Neujahrsgaben; Garderobe (S. 182); Musiker, Kauf- und Handwerksleute (S. 224); Präsente zum Aderlaß, Namens- und Nikolaustag (S. 250); Zinsenzahlungen (S. 264); Extrasolde, Geschenke, geheime Ausgaben, Musiklehrer, Reisegelder, Belohnungen für Edelknaben (S. 268). Zusammen 276.000 fl. Inhaltsangabe des HZAB Nr. 270 - HZA der Kaiserinwitwe 1719-Mai 1720 Empfang: von der Bankalität, Wr. Stadtbanco, verschiedenen Herrschaften und böhmischen Leibgedingstädten. Zusammen 490.000 fl., davon sind 300.000 fl. Deputat Ausgaben: wie in HZAB Nr. 266. Zusammen 485.000 fl. (S. 20) Abrechnung der Verlassenschaft der Kaiserin vom 1. Juni 1720 bis zum 31. Jänner 1721, d. h. Ausgaben für noch offene Rechnungen etc. (S. 211). 4.2.3. Verlassenschaftskasse der Kaiserin Eleonore 1754-1758 6 Bücher, in denen Karl Josef von Dier, Hofrat und Geheimer Kammerzahlmeister Maria Theresias und Franz’ I., über die Hinterlassenschaftskasse der 1720 verstorbenen Kaiserin Rechnung legt. Die Kaiserin hatte in ihrem Testament 47.000 fl. für einen Gedächtnisfonds für sich und ihren Gatten gestiftet. Mit den Zinsen dieser Stiftung (jährlich 2350 fl.) sollen die „Jahrestage“, d. h. die Kosten für die Vigilien an den Todestagen des Herrscherpaares, bezahlt werden. Diese Kassa hat es schon vor 1754 gegeben, und sie wurde auch nach 1758 noch weiter geführt; die übrigen Bücher scheinen sich aber nicht erhalten zu haben. 1714 1715 1716 267 (1840) 268 (1841) 269 (1842) 1717-1718 fehlt 1719-Mai 1720 270 (1843)