Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 33. (1980)

HAUPT, Herbert: Kultur- und kunstgeschichtliche Nachrichten vom Wiener Hofe Erzherzog Leopold Wilhelms in den Jahren 1646–1654

348 Herbert Haupt 3 No. 52. 4 No. 55. 5 No. 118. 6 No. 126. 7 No. 127. 8 No. 132. Herrn Francisco Incarnatini4) maller hat auch an seiner geringerten besoldung der monatlichen 75 gulden vier quarthal ultimo Márti ao. 646 . . . auch 4 quittungen . . . paar empfanngen ... fl. 900. - HZB 245 fol. 27 r Herrn Anthoni Abbati poetten habe ich in abschlag seiner besol­dung . . . zuegestelt fl. 180 [August 8]. - HZB 245 fol. 28 r Der Frauen Khembnerin wittib, umb ein für ir hochfür. dh. aber- khauftten khyroß [sc. Küraß], sambt dem helmelin . . . paar entricht worden fl. 105 [Februar 3], - HZB 245 fol. 45 v Herrn Francisco Lucx5) khays. cammermaller in abschlag der bey ime angefrümbten mallerey . . . fl. 200. - HZB 245 fol. 48 v Herrn Johann Babtista Cárion6) gewesten khay. paumaister see. wur­den . . . weegen auf irer hochfür. dht. gdten. bevelch erpauten cappeln bey dennen herrn PP. Francisci de Paula auf der Widen vor dem Khämer Thor7) ... zu hannden desen hinterlassenen wittib frauen Elisabeta richtig gemacht fl. 1.900. — HZB 245 fol. 48 v—49 r Herr Georg Moser8), khays. notist, hat auf sein frimb arbeit in 4) Die vorliegende Erwähnung ist die erste bis jetzt bekannte Archivnachricht über den Meister, für den Günther Heinz vier zum Teil signierte Bilder in der Gemäldega­lerie des Kunsthistorischen Museums nachweisen konnte. Da Incamatini 1646 eine Be­soldungsverringerung erfuhr, ist anzunehmen, daß der Künstler schon früher im Hof­dienst Erzherzog Leopold Wilhelms gestanden war: Günther Heinz Der Anteil der italienischen Barockmalerei an der Hofkunst zur Zeit Kaiser Ferdinands III. und Kai­ser Leopolds I., in Jahrbuch der kunsthistorischen Sammlungen in Wien 54 (1958) 173-196, bes. 179 ff und Anm. 10. 5) Ernst Ebenstein Der Hofmaler Franz Luycx. Ein Beitrag zur Geschichte der Malerei am österreichischen Hof, in Jahrbuch der kunsthistorischen Sammlungen des allerhöchsten Kaiserhauses 26/1 (1906/07) 183-254. 6) Gestorben am 28. Dezember 1645 in Wien (vgl. sein Testament Nr. 4378 ex 1646 im Wiener Stadt- und Landesarchiv), beigesetzt auf eigenen Wunsch in St. Michael. Seine hier genannte Witwe Elisabeth, geborene Rodekh, war die dritte Gattin des Künstlers. Johannes Bapt. Carlone ist seit etwa 1620 als kaiserlicher Baumeister in Wien nachzuweisen, arbeitete daneben aber auch für Fürst Karl I. von Liechtenstein. Nach dem Tode Kaiser Ferdinands II. wurde er dem Hofstaat der Kaiserinwitwe Eleo­nore zugeteilt. Vgl. Alexander Hajdecki Die Dynasten-Familien der italienischen Bau- und Maurermeister in Wien, in Berichte und Mitteilungen des Alterthums-Verei­nes zu Wien 39 (1906) 1—83, bes. 43ff; Hajdecki passim. 7) Der Orden der Paulaner wurde 1626 von Kaiser Ferdinand II. nach Wien geru­fen. Ihre Kirche auf der Wieden wurde 1627 grundgelegt, aber erst 1651 vollendet. Die vorliegende Nachricht ist demnach auf die letzte Bauphase der Kirche zu beziehen. Vgl. F. Riedling Regesten zur Geschichte des Paulanerklosters, in Wiener Diözesan- blatt (1889) 115ff, 124ff, 138ff und 149ff; M. Seis Geschichte des ehemaligen Paula- ner-Klosters . . . auf der Wieden (Wien 1827). 8) Die früheste Erwähnung des Musikers stammt aus dem Jahre 1637, in dem er sich mit Erfolg umb ain notisten oder ingrossisten stöll bey der music capelmaister mit 15 Gulden Monatsbesoldung bewirbt. Möglicherweise im Zusammenhang damit steht die von Georg Moser angefertigte und Kaiser Ferdinand III. aus Anlaß seines Regie­rungsantrittes gewidmete kalligraphische Niederschrift einer Komposition des Kaisers. Es handelt sich dabei um die von Kaiser Ferdinand III. noch als Erzherzog kompo­nierte Vertonung des Psalmes Miserere mei, Deus. Die Niederschrift ist erhalten ge­blieben und befindet sich in der Handschriftensammlung der österreichischen Natio­nalbibliothek (Cod. 11.774). In der Folge erhielt Moser immer wieder namhafte Beträge für das Abschreiben „musikalischer Bücher“ und begleitete Kaiser Ferdinand III.

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