Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 30. (1977)

MIKOLETZKY, Lorenz: Achter Internationaler Archivkongreß Washington D. C. 1976

458 Lorenz Mikoletzky größere Erleichterungen: „Die Fernziele der Archivare stehen nicht mit den Interessen der Forscher in Konflikt, und beide dürfen auf eine immer bessere Erhaltung und Verwendung des kulturellen Erbguts der Mensch­heit in Archivform hoffen“. Das letzte Referat des dritten Tages stammte von Heinz Boberach (BRD), der es zusammen mit Wolf Buchmann erstellt hatte: Fort­schritte in der Technik und die Ausweitung der Archivbenutzung. Die Archive handeln marktkonform, wenn sie moderne Technologie einsetzen, um ihr Angebot besser zu machen, da die technischen Einrichtungen in den Industrieländern immer besser und billiger, Arbeitskraft zugleich immer teurer wird. „Sie tun dies vor allem, indem sie optische und elek­tronische Verfahren benutzen, um Informationen zu miniaturisieren, zu visualisieren, zu sortieren und zu kommunizieren“. Mikrofilm und Xerox- kopie sind schon seit längerem Behelfsmittel der Archive, aber auch die automatische Herstellung von Findmitteln greift immer mehr um sich. Eine zu beobachtende Methode wäre „die Anwendung der Telekopie zur Übermittlung von Archivalienfaksimiles für Forschungszwecke“: Ein mikroverfilmter Text wird über Mikrowellen von einem Ort zu einem anderen übermittelt. „Die Archive müssen sich“ dieser Vorgangsweise „stellen, zumal seit einigen Jahren von verschiedenen Firmen Geräte an- geboten werden, durch die über das öffentliche Telephonnetz Faksimiles übermittelt werden können; sie werden in Wirtschaft und Verwaltung schon vielfach angewandt, um Informationen vor allem graphischer Art wie Zeichnungen und Pläne entfernten Interessenten, z. B. Ingenieuren auf einer Baustelle, rasch verfügbar zu machen“. Die letzte und vierte Plenarsitzung stand unter dem Thema Die geo- archivische Revolution, für das S. O. Sowoolu (Nigeria), Guy Cangah (Elfenbeinküste) und Aurelio T a n o d i (Argentinien) Beiträge lieferten. Letzterer befaßte sich mit Archivhilfsprogrammen zum Auf- und Ausbau von Archiven durch den Internationalen Archivrat und die UNESCO, vor allem in den Ländern der Dritten Welt. S. O. Sowoolu berichtete über Weltweite Verbreitung und Entwicklung des Archivwesens und bezog sich hiebei auf Afrika, Asien, Lateinamerika, Ozeanien und die dortige Archiventwicklung seit 1947, die ungemein beeindruckend ist. Guy Cangah untersuchte Die besondere Nützlichkeit der Archive in den Entwicklungsländern. Neben den Plenarsitzungen fanden kleinere Besprechungen einzelner Sub­kommissionen des Internationalen Archivrates statt. So traf sich das Komitee für Wirtschaftsarchivwesen (konstituiert 1974) zu seiner ersten offiziellen Sitzung, wobei der Berichterstatter ein kurzes Statement über Österreich abgab und zum Korrespondenten für sein Land gewählt wurde. Die abschließend stattfindenden Wahlen beriefen den Archivar der Ver­einigten Staaten von Nordamerika, Rhoads, zum neuen Präsidenten des Internationalen Archivrates für die nächsten vier Jahre. Die General-

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