Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 29. (1976)

Zur publizistischen Auswertung des österreichisch-jugoslawischen Archivabkommens. Eine Erklärung der Generaldirektion des Österreichischen Staatsarchivs

504 Literaturberichte natürlich nur kursorisch angezeigt werden konnten, eine Fülle von An­regungen; er kann dem Archivar (sofern er Gegenwartsbestände betreut) wie dem Zeitgeschichtler nur wärmstens empfohlen werden. Leopold Auer (Wien) Stanislav Polák Studium novovékého písma. Problémy paleografie [Das Stu­dium der neuzeitlichen Schrift. Probleme der Paläographie], Sonderabdruck aus Vlastivédny sbornik Podbrdska 7 (1973), hg. von Okresní archiv a okresní mú­zeum, Pribram 1973 [Heimatkundliche Sammelschrift des Gebietes unter dem Brdy-Wald, Bezirksarchiv und Bezirksmuseum Pribram], 154 S., 4 Taf. P’s Buch gehört in die Reihe jener Werke, von denen Ahasver von Brandt sagte, daß in ihnen die Tendenz zu beobachten sei, „nur noch eine geistes­geschichtliche Betrachtungsweise gelten zu lassen und die eigentlich hilfs­wissenschaftliche als veraltetes positivistisches Erzeugnis des 19. Jahr­hunderts zu mißachten“ (Werkzeug des Historikers [Urban Bücher 33, 71973] 65). Unter Heranziehung eines umfangreichen Literaturappara­tes, in den auch kunsttheoretische, psychologische und graphologische Ar­beiten aufgenommen sind, werden Themen wie „Absoluter und relativer Aspekt der Schrift“, „Abstraktes-Konkretes“, „Form-Bewegung“, „Sub­jekt-Objekt“ u. ä. abgehandelt. Die hilfswissenschaftlichen Probleme der Handschriftenkunde kommen dabei m. E. viel zu kurz. Wer P’s Buch in der Erwartung zur Hand nimmt, darin nähere Erläuterungen der Schriftenentwicklung in den böhmischen Ländern zu finden, wird ent­täuscht. Druckschriften sind nicht berücksichtigt worden. Die Bebilderung ist sparsam ausgefallen — doch mag das durch Klischeekosten bedingt gewesen sein. Ein sorgfältig gearbeiteter bibliographischer Anhang, ein genaues Register und eine ausführliche deutsche Zusammenfassung ma­chen Inhalt und Absicht des Buches auch dem des Tschechischen unkun­digen Leser verständlich. Silvia Petrin (Wien) Die Urkunden des Zisterzienserstiftes Lilienfeld 1111—1892. In Regestenform bearb. von Gerhard Winner (Fontes rerum Austriacarum II: Diplomataria et acta 81). Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1974. 751 S. Der reiche und für die Landeskunde Niederösterreichs äußerst wertvolle Urkundenbestand des Zisterzienserklosters Lilienfeld war bis vor kur­zem für die Forschung fast unzugänglich und daher zum großen Teil unbekannt. Zwar hat Chrysostomus Hanthaler in seinen beiden Werken Fasti Campililienses und Recensus diplomatico-genealogicus archivii Cam- pililiensis Teile der älteren Urkunden entweder im Urtext oder in Rege­stenform veröffentlicht, aber da Hanthalers Interessen vor allem auf ge­nealogischem Gebiet lagen, ist er hier sehr „subjektiv“ (um es gelinde auszudrücken) verfahren, zahlreiche Zeugenreihen hat er manipuliert,

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