Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 29. (1976)
HEISS, Gernot: Die ungarischen, böhmischen und österreichischen Besitzungen der Königin Maria (1505–1568)
118 Gernot Heiß Weshalb Pernstein jetzt Znaim an Mezric übergeben sollte, wird nicht erklärt* 45 46); vielleicht, weil er der letzte von Maria anerkannte und ihr verpflichtete Inhaber der Burg war. Später nennt die Königin noch eine Forderung des Heinrich von Mezric in der Höhe von 3500 Schock Groschen, die er von Kunstadt übernommen hatte (vermutlich mit Znaim) und wofür sich Maria für Ludwig in Mähren verbürgt hatte. Maria hatte davon 900 Schock und 10% Zinsen für vier Jahre, insgesamt 2184 ung. fl. an Mezric bezahlt, die sie von Ferdinand als dem Nachfolger Ludwigs zurückforderte 47). Auch für eine Schuld Ludwigs an Johann von Kurowitz auf Brod in der Höhe von 4000 rh. fl. 48) hatte Maria mit Znaim die Bürgschaft übernommen 49 50). Sie ersuchte 1531 Ferdinand, diese Schuld seines Vorgängers zu übernehmen 60), doch Brod prozessierte im folgenden Jahr wegen dieser Forderung mit Maria51). Zwar versprach nun Ferdinand die Tilgung dieser Schuld 52 * *), führte aber bei den Verhandlungen mit der Schwester wegen einer Übergabe Znaims in den Jahren 1533/34 diese Forderung Brods als eine den Wert der Herrschaft Marias vermindernde Belastung an 5S). Im Juni 1533 bat der König die Königin-Witwe, ihm Znaim gegen Übernahme der Schulden an Teickwitz von 6000 rh. fl. und an Johann von Brod von 4000 rh. fl. abzutreten, da sie daraus ohnedies keinen Nutzen Schwester gegen Pernstein, hatte aber nicht sogleich Erfolg (Ferdinand an Maria, 1531 Mai 22 und Juni 10 Prag und Juli 14 Budweis, ed. ebenda 136 ff, 148 ff und 195 ff). 45) Vgl. oben Anm. 38. 4«) Daß Teickwitz nur ein Mittelsmann war (siehe Wolfram — Thomas Korrespondenz 3 58)) scheint mir der später noch häufige Hinweis auf die Schuld an Teickwitz zu widerlegen (siehe unten, z.B. Anm. 54). 47) Aufstellung der Forderungen Marias gegen Ferdinand, s. d. (1540), ed. Hatvani Magyar történelmi okmánytár 2 33. ■*8) Maria an ihre Räte in Wien, 1533 Juni 20 Brüssel: Konzept im HHStA Familienakten 8, Papiers concernant les affaires de la reine Marie fol. 54 ff; Instruktion Marias für ihre Räte zu Verhandlungen mit Ferdinand, 1534 Juni 22 Brüssel: Or. im HHStA Ungarn 343 fol. 356 (1200 Schock). 49) Vgl. ebenda. Den ersten Hinweis auf die Forderung Brods fand ich erst im Vertrag Marias mit Teickwitz, 1531 März 6 Linz: Kopie im HHStA Familienakten 8, Papiers concernant les affaires de la reine Marie fol. 10 ff; dann in der Instruktion Marias für Zelking, siehe Anm. 33. 50) Siehe oben Anm. 33. 61) Eingabe Ulrich v. Eytzings und Sebastian Pempflingers im Auftrag Marias an Ferdinand, s. d. (1532 Jänner 31): Kopie mit Randbemerkungen zur Erledigung im HKA Verm. ung. Gegenstände 1 fol. 259 ff; Antwort Ferdinands auf die durch Eytzing vorgebrachten Ansuchen Marias, 1532 Februar 16 Innsbruck: Or. im HHStA Ungarn 343 fol. 168 ff. 52) Ferdinand an Maria 1532 Juni 22 Regensburg, ed. Wolfram — Thomas Korrespondenz 3 2. Lieferung. 58) Maria an ihre Räte in Wien, 1533 Juni 20 Brüssel: Konzept im HHStA Familienakten 8, Papiers concernant les affaires de la reine Marie fol. 54 ff.