Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 29. (1976)

HEISS, Gernot: Die ungarischen, böhmischen und österreichischen Besitzungen der Königin Maria (1505–1568)

Die ung., böhm. und österr. Besitzungen der Königin Maria (1505—1558) 103 Ulrich von Eytzing wird 1539 und 1541 als Gespan von Ungarisch-Alten- burg genannt31). Er war hier sicherlich auch vorher und danach Gespan, denn als Schwiegersohn des Hans Katzianer sollte er auf Empfehlung der Räte Ferdinands 1538 dieses Amtes enthoben werden: Nach dem Verrat des Katzianer konnte Eytzing als Gespan des Komitats Moson gefährlich werden. Maria war jedoch der Meinung, daß ihr treuer Diener erst durch dieses Vorgehen zur Untreue getrieben werden könnte, und widersetzte sich der Entlassung. Sie schlug vor, den Leutnant (Stellvertreter Eytzings), der viel häufiger in Ungarisch-Altenburg sei und als treuer Diener Ferdi­nands gelte, den Treueid leisten zu lassen; so wäre man gegen eventuelle Pläne Eytzings geschützt32). Ulrich von Eytzing empfahl sie, sich auch weiterhin nicht mit dem ,,Schwager“(?) einzulassen, und daß er und seine Brüder wegen dieses Verdachtes einige Zeit nicht nach Altenburg gehen sollten 33). Auch nach 1548 hatte Eytzing noch einige Interessen in dieser Herrschaft34). Ferdinand hatte Ungarisch-Altenburg 1548 mit allen Auflagen über­nommen, so auch die möglichen Rechtsansprüche der Söhne des Stefan Amadé 35), Peter und Ladislaus. Bereits 1537 hatte er ihre Wünsche der Schwester empfohlen, da sie an der Treulosigkeit des Vaters keine Schuld hätten 36). VII Als Maria im November 1528 mit Ferdinand in Preßburg zu Verhand­lungen zusammenkam, ersuchte sie ihn unter anderem um Bruck a. d. 31) Schuldschein Ferdinands für Ulrich v. Eytzing, 1539 Jänner 8 Wien: Kopie im HKA Gedenkbuch 383 fol. 133 f; Landestopographie des Burgenlandes 2/1 498. — Bereits 1536: Siegfried Seidl Die Hauptlinie der Eitzinger in Österreich (ungedruckte phil. Diss. Wien 1938) 118. 32) Maria an Ferdinand, 1538 April 10 Brüssel: Konzept im HHStA Belgien PA 27 fol. 115 ff. Es war dies Georg v. Urfahr (Maria an ihren Hauptmann von Ungarisch-Altenburg, Eytzing, 1538 April 10: Kopie ebeda fol. 194). 33) Ebenda. 34) So in Halbturn, wo er ein Gestüt hatte: Maria an Ferdinand, 1551 Mai 31 Brüssel, ed. Hatvani Magyar történelmi okmánytár 2 251 (soll Eytzing, wie ausgemacht, die Besitzungen „zum halben Turm“ in der Herrschaft Un­garisch-Altenburg belassen; vgl. Befehl Ferdinands dazu an die niederösterr. Kammer, 1551 Dezember 14: Konzept im HKA Niederösterreichische Herr­schaftsakten, Ungarisch-Altenburg und Kopie im HKA Gedenkbuch 387 fol. 342). 35) Rechtsstreitigkeiten, die Ferdinand mit Marias Besitzungen übernehmen soll, s. d. (1548): HHStA Ungarn 345 fol. 259 f und 267. 3«) Ferdinand an Maria, 1537 März 16, ed. Hatvani Magyar történelmi okmánytár 1 380. Einer von ihnen lebte nachweislich 1535 auf der Schüttinsel (vgl. Ferdinand an die Dreißiger in Gran, 1535 Juli 3 Wien: Kopie im HKA Gedenkbuch 383 fol. 34: sollen den Wein, das Salz u. a., was Stefan Amadé, Burggraf von Ofen, an seinen Sohn in der Schütt sendet, gegen Bezahlung des üblichen Dreißigstzolles freigeben).

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