Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 28. (1975) - Festschrift für Walter Goldinger

WINTER, Otto Friedrich: Personalunterlagen des Zweiten Weltkrieges im Kriegsarchiv

Personalunterlagen des Zweiten Weltkrieges 57 oberste Maxime sein. Dafür bot sich die Herstellung alphabetisch geordneter Reihen - Wehrstammbücher, Personalakten, Karteien - bzw. die Anfertigung alphabetischer Namensverzeichnisse an. Die Durchführung erfolgte zunächst unter Einsatz aller Bediensteten des Kriegsarchivs, vom Akademiker bis zur Raumpflegerin, gegliedert in „Ordnungsgruppen“, dann der Buchstabenrefe­renten und der zugeteilten Hilfskräfte, schließlich durch ein Referat „Ord­nungsarbeiten“22). Es wurde damit begonnen, in zwei Arbeitsgängen - Grob­ordnung nach Erstbuchstaben, Feinordnung - die Wehr stammbuchreihe her zustellen. Nach dem Eintreffen des Bestandes aus der Steiermark, der zur Abwechslung eine alphabetische Ordnung innerhalb der einzelnen Jahrgänge aufwies, bestanden allerdings wieder zwei Reihen, die erst 1964/65 vereinigt werden konnten. In die Wehrstammbuchreihe wurden auch andere Personal­unterlagen, die dem Format nach dazu paßten, eingeordnet, wie Gesund­heitsbücher und andere Karteimittel, Besoldungskarten, Stammkarten der Heeresentlassungsstelle und des Reichsarbeitsdienstes, aber auch die von den Antragstellern einbehaltenen Unterlagen (Soldbücher, Wehrpässe, Entlas­sungsscheine und andere Beweisdokumente)23). In ähnlicher Weise wurde an­schließend eine durchgehende alphabetische Reihe der Gebührniskarten der Standortgebührnisstellen und Stammkarten bzw. Auszahlungsstammblätter der Heeresstandortverwaltungen hergestellt, in die auch die Offizierskartei des Luftgaukommandos XVII eingeordnet wurde. Die Personalakten der Wehrbezirkskommanden, der Gebührnisstellen, des Luftgaukommandos XVII und der Standortverwaltungen sowie der Wehrmachtfürsorge- und Versor­gungsämter wurden alphabetisiert und in mit festen Deckeln versehene, ver­schnürte Faszikel abgeteilt; um zeitraubende Nachforschungen im Bestand selbst, die vielleicht unter hundert Fällen einmal ein positives Ergebnis ha­ben, einzusparen, wurden von den Referenten zu diesem Bestand Namensli­sten angelegt24). In derselben Weise wurde der kleine Bestand Zollgrenz­schutz geordnet und erschlossen. Auch der Bestand Wehrmachtgerichte wurde einer Neufaszikulierung unterzogen und durch die Erstellung von al­phabetischen Namenskarteien der Angeklagten in den Prozeßakten und in den Strafsachenlisten, ergänzend zu schon vorhandenen Karteien, besser zu­gänglich gemacht; letztere Kartei ist zur Zeit der Abfassung dieses Berichts 22) Dienstanweisung Nr. 9 des Direktors des Kriegsarchivs: KA Reg. ZI. 41.893/67, bzw. ergänzende Erläuterungen ZI. 42.675/67. 23) Summarischer Jahresbericht des Kriegsarchivs 1959-1965: KA Reg. ZI. 38.085/66, 6. Die Materialien der Wehrstammbuchreihe wurden in neu beschaffte Kar­tons eingeordnet, nur ein Bruchteil ist noch in den Original-Blechbehältem verwahrt. 24) Jahresbericht 1959—1965: KA Reg. ZI. 38.085/66, 6. In den Bänden dieses Be­helfs müssen jedoch die von der Zentralnachweisstelle einlangenden Personalakten nachgetragen werden, sodaß wieder eine gewisse Unübersichtlichkeit entsteht. - Die Nichtbeachtung der Provenienzen innerhalb dieser Reihen ist deshalb ohne Bedeutung, weil jede Art von Personalschriftgut durch die äußeren Merkmale leicht unterschieden werden kann, sodaß jederzeit eine provenienzgemäße Ordnung wiederhergestellt wer­den könnte. Derzeit muß jener Anordnung der Vorrang gegeben werden, die eine mög­lichst rasche Benützbarkeit ermöglicht.

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